Hatten Sie die Möglichkeit, die bisherigen Auftritte der deutschen Eishockey-Mannschaft bei den Olympischen Spielen zu verfolgen?
Tatsächlich habe ich nur die drei letzten Spiele sehen können. Die hat unser Team erfolgreich gestaltet. Vielleicht war das ein gutes Omen.
Was sagen Sie zum Einzug der Deutschen ins Halbfinale?
Das ist schon toll. Wir haben seit 2002 zum ersten Mal ein Spiel bei Olympia gewonnen. Nun sind es gleich drei Siege in Folge und das Halbfinale. Für die Truppe und das deutsche Eishockey ist das außergewöhnlich. Die Mannschaft überzeugt auch spielerisch und muss sich hinter den anderen Nationen nicht verstecken. Natürlich muss aber auch berücksichtigt werden, dass die Topspieler der anderen Nationen in der NHL im Einsatz sind. Diese Länder haben oft nur die B-Mannschaft am Start. Grandios ist dieser Erfolg dennoch.
Am Freitag geht es gegen den neunmaligen Olympiasieger Kanada. Geht es da nur darum, ein Debakel zu verhindern?
Ich glaube mittlerweile, dass die Chance besteht, auch Kanada zu schlagen. Die jüngsten Erfolge haben das Team so gepusht. Es hat einen Lauf und Selbstvertrauen. Ich glaube nicht, dass die Spieler nicht mit dem Gedanken ins Spiel gehen, sich nicht die Hucke vollhauen zu lassen. Sie wollen eine Medaille. Und die Chancen stehen nicht schlecht. Kanada hat gegen Finnland nicht so überzeugt. Die Chancen stehen wie vor jedem Spiel 50:50. Es wird aber echt schwer, egal wer beim Gegner auf dem Eis steht.
Empfinden Sie es auch so, dass in Deutschland durch diesen Erfolg ein Eishockey-Hype ausgebrochen ist?
Ich bekomme es selbst mit, dass eine echt Euphorie entstanden ist. Das Abschneiden ist auch eine sensationelle Sache, egal was am Ende bei rumkommt. Auch Platz vier wäre toll. Die Deutschen haben bei den Spielen generell stark abgeschnitten. Das zeigt, dass uns die Wintersport-Disziplinen zu liegen scheinen.
Sie waren selbst sehr erfolgreich auf dem Eis unterwegs, genossen in Berlin eine professionelle Ausbildung. Wie kam es dazu?
Mein Vater hatte damals eine Firma gegenüber vom Sportforum Hohenschönhausen. So bin ich bei den Eisbären gelandet, wo ich eine Zeit lang im Nachwuchs gespielt habe. Und mittlerweile bin ich auch wieder ein bisschen aktiv.
Wo denn?
Wieder in Berlin bei den Eisbären Juniors. Das klingt komisch, ist aber Seniorenbereich. Das Team wurde letztes Jahr neu gegründet und spielt in der Landesliga. Wir sollen nach und nach aufsteigen, damit der Verein irgendwann einen vernünftigen Unterbau für die DEL-Mannschaft hat.
Im Nachwuchs haben Sie mit den Eisbären bis 2001 in der höchsten deutschen Nachwuchsliga gespielt. Haben Sie damals schon parallel Fußball gespielt?
Nein. Damit habe ich dann erst in Oranienburg angefangen. Ich kannte Leute wie die Bergmänner. Bei Axel Büchle habe ich dann Fußball spielen gelernt.
Über den Post SV Zehlendorf landeten Sie dann beim Birkenwerder BC, für den Sie in dieser Saison noch kein Spiel bestritten haben. Warum nicht?
Aufgrund privater als auch beruflicher Veränderungen fehlt die Zeit. Ich musste mich zwischen Eishockey und Fußball entscheiden.
Und Eishockey hat gewonnen ...
Ich hatte sechs Jahre gar nicht gespielt. Dann hat es wieder gejuckt. Auch vorher gab es immer mal wieder Anfragen. Wieder in Berlin für die Eisbären spielen zu können, war dann eine andere Sache. So eine Chance kommt nie wieder. Es ist schön, mit 32 Jahren noch mal dieses Trikot zu tragen.
Spielen die Eisbären Juniors eigentlich noch im altehrwürdigen Wellblechpalast?
Ja, wir spielen im ,Welli’. Es sieht da noch so aus wie früher und riecht auch so. Ende des Jahres hatten wir das Derby gegen die Preussen vor 1 200 Zuschauern. Das war echt ein beeindruckendes Erlebnis.