"Leider haben wir mit der Bahn einen Partner, der nicht Partner sein möchte", sagte Daniel Langhoff (FDP) im Hauptausschuss zu einer Mitteilungsvorlage der Stadtverwaltung zum Planungsstand. Langhoff wirft der Bahn "absolutes Fehlverhalten" vor. Nur zwei Drittel der zugesagten Schallschutzwände seien errichtet worden. Schon 2014 habe der damalige Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke vehement den Lärmschutz an der Strecke gefordert. "Ich hoffe, dass Sie auch an diesem Verfahren dran sind", sagte Langhoff zu Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos).
Die neuen, von der Bahn überarbeiteten Planunterlagen liegen zur öffentlichen Beteiligung noch bis 3. September in der Stadtverwalttung aus und können unter www.oranienburg.de (unter Bürgerbeteiligung) eingesehen werden.
Vorgesehen sind je nach Bebauung Lärschutzwände mit unterschiedlicher Höhe. Zwischen Heidestraße und Am Wald  auf 382 Metern Länge sollen die Wände drei Meter hoch sein, zwischen Reichenbergstraße und Kreisverkehr auf 440 Metern Länge ebenfalls, zwischen Kreisverkehr und Am Flöhnberg auf 200 Metern Länge vier Meter hoch, ebenso auf westlicher Seite zwischen Kreisverkehr und Reichenberger Straße auf 370 Metern Länge und zwischen Am Flöhnberg und Abzweig ehemaliges Gütergleis in drei Metern Höhe auf 178 Metern  Länge. Für einige Häuser an der Strecke soll es sogenannten passiven Schallschutz geben. Dafür werden schalldämmende Materialien an den Fassaden angebracht. Die Stadt teilt mit, dass ihre Forderungen von 2014 nach Schallschutz damit "im Wesentlichen Rechnung getragen" werden. Die Kosten für einen Meter Schallschutzwand belaufen sich 36000 bis 49000 Euro.
Olaf Kästner (Linke) wies im Hauptausschuss darauf hin, dass die spannendere Frage zum Schallschutz an der Strecke zwischen Lehnitz und Sachsenhausen noch ausstehe. Betroffen sind dort vor allem Stralsunder und Bernauer Straße. Überdies bereitet die Bahn den Neubau der Bahnbrücken an der Dr.-Heinrich-Byk- und Bernauer Straße vor.
Ralph Bujok (Linke) stellte bedauernd fest, dass die Deutsche Bahn immer mehr Aufgaben an Kommunen abgebe. Das betrifft auch die während des Bahnhofsumbaus in Oranienburg deinstallierten Gepäckschließfächer. Diese könnten der Stadt zur Verfügung gestellt werden, teilte die Bahn mit. Der Konzern habe selbst kein Interesse daran, die Schließfächer wieder aufzustellen. Das gilt ebenso für die Verlängerung des Personentunnels in Richtung Neustadt. Der Wunsch ist mehr als 100 Jahre alt. Doch die Bahn will nicht bauen, das soll die Stadt erledigen. Im Stadtplanungsamt wird der Nutzen einer Tunnelverlängerung jedoch bezweifelt.