"Kultur ist Lebensqualität, Freiheit, Spaß, Gemeinsamkeit, Vielfalt, Tradition und Neues", heißt es auf der gerade freigeschalteten Facebook-Seite der Initiative. "Wir wollen ein Forum schaffen, das die unterschiedlichen Kulturspaten im Landkreis miteinander verbindet", erklärt Theaterchef und Musiker Andreas Dalibor den vernetzten Gedanken hinter dem Projekt. Gesucht sind nicht nur Musiker, sondern auch Bildhauer, Maler, Fotografen, Tänzer, Entertainer, Veranstalter. "Es geht um den Austausch", sagt Dalibor. Besonders aktuell sei es wichtig, ein Sprachrohr für Kunst und Kultur zu haben, miteinander zu wachsen und voneinander zu profitieren. "Gerade Solo-Selbstständige bekommen während der Corona-Krise kaum Hilfe." Dalibor weiß, wovon er spricht. Sein Theater in Kremmen betreibt er in seiner Freizeit. Durch die Abstandsregelung kann er nicht öffnen; es würde sich finanziell nicht lohnen. Da er die Kunst nicht als Hauptberuf ausübt, bekommt er keine Unterstützung aus dem Kulturfonds. "Die Künstler bangen alle, viele hängen derzeit in der Luft", sagt er. Mit der Initiative, so der Wunsch, soll gemeinsam ein Zeichen an die Politik gesendet werden, "strengt euch mehr an, uns gibt es auch noch", so Dalibor. Die Mitglieder der KO wollen den Dialog suchen, um Kultur auf dem Land zu stärken.
Die tritt oft sehr vereinzelt auf, jeder Akteur eine Insel. Dalibor hat das in seiner Kombüse 11 erfahren, als er die Open Stages ausgerichtet hatte. "Da kam jemand, der hatte ein eigenes Studio, seine Frau war Sängerin. Und einen Ort weiter gab es die gleiche Konstellation", so Dalibor. Jeder kämpfte für sich und seine Auftritte. Das will die KO ändern, bündeln und gemeinschaftlich das volle Potenzial der Angebote ausschöpfen.
Die Initiative werde vorerst eine solche bleiben. "Es gab Überlegungen, einen Verein zu gründen. Aber das ist nicht vordergründig, erst einmal wollen wir starten", sagt Dalibor. Und es gibt erste Pläne, die Strahlkraft und Symbolik in sich tragen.
In Kremmen fällt in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie das traditionelle Erntefest aus. Diesen Zeitpunkt visiert die Initiativ derzeit für ein Open-Air-Event im Scheunenviertel an. "Es gab schon Gespräche mit dem Bürgermeister", sagt Dalibor. "Er hat uns die volle Unterstützung zugesagt." Vor allem ginge es darum, einen offiziellen Partner an der Seite zu haben. Denn auch wenn die Draußen-Veranstaltung am 5. September stattfinden soll, werden zu dem Zeitpunkt noch Regeln gelten. "Wir wollen das nicht nur aus eigener Kraft stemmen, sondern auch coronagerecht agieren und das Gesundheitsamt auf unserer Seite wissen", so Dalibor, der sich vorstellen könnte, dass der Tag mit einem gemütlichem Picknick beginnt. Musiker auf der Bühne, ein Getränkewagen am Rande, um einige Kosten decken zu können. "Das Hauptziel ist es, die Veranstaltung für alle kostenfrei anzubieten."
Gerade da nicht nur Künstler, sondern auch Publikum nun mehrere Monate lang auf Konzerte verzichten mussten, will die KO einen Beitrag für ein bisschen Normalität in der Kulturszene und unter den Kulturbegeisterten leisten. Kremmener können sich jederzeit einbringen.
Was Kunst und Kultur bedeuten, das ist auf der Facebook-Seite der Kulturinitiative Oberhavel, über die interessierte Kulturschaffende, Mitdenker, Unterstützer und Veranstalter jederzeit Kontakt aufnehmen können, zu lesen: Kunst und Kultur könne "uns schmeicheln und gut tun, einfach Spaß machen und provozieren", heißt es.