Zum Fahrplanwechsel im Dezember nächsten Jahres soll der Kiezbus, der das Glienicker Zentrum und die Wohnsiedlung Sonnengarten mit dem S-Bahnhof Frohnau verbindet, den offiziellen Betrieb aufnehmen. Geplant ist sogar, den Kiezbus kostenlos anzubieten. Die Kosten in Höhe von gut einer halben Million Euro will zunächst die Gemeinde für zwei Jahre übernehmen. Allerdings steht der dafür notwendige Haushaltsbeschluss noch aus.
Ziel ist es, den Individualverkehr in Glienicke zu reduzieren. Der Ort am Rande der Großstadt leidet zunehmend unter dem Berufsverkehr, der insbesondere morgens und abends die Glienicker Aus- und Einfahrtsstraßen sowie die Bundesstraße 96 verstopft. Von Glienicke aus ist die S-Bahnlinie 1 nur mit dem Bus erreichbar. Am S-Bahnhof Hermsdorf wird wegen der häufigen Staus auf der Bundesstraße 96 der Anschluss an die S-Bahn ins Berliner Zentrum oft nicht erreicht.
Voll zufrieden sind Bürgermeister Hans Günther Oberlack und Gemeindevertreter Jörg Rathmer (beide FDP) mit der Aktion, die beide aber nicht als Auftakt für den Bürgermeisterwahlkampf im nächsten Jahr sehen wollen. 400 Euro hat der Ortsverband für den Probebetrieb zwischen 6 und 9 Uhr ausgegeben. Insgesamt sechs Runden wurden mit dem Doppeldecker gedreht. "Das Interesse für den Kiezbus ist da", so Oberlack, der jeden neuen Fahrgast begrüßte. An fast jeder Haltestelle stiegen neugierige Glienicker, die aus der Zeitung von dem Gratisangebot erfahren hatten oder ohnehin auf den regulären Bus in Richtung Berlin warteten, ein. Einige der Fahrgäste blieben aber trotz der guten Resonanz skeptisch. "Ich finde die Idee gut, glaube aber erst, wenn der Kiezbus im Fahrplan steht, dass er wirklich fährt", sagte die 80-jährige Christa Walczak.