Auf die Minute am Bahnsteig, neun Minuten später in Oranienburg. Das klingt paradiesisch! Ich muss der Versuchung widerstehen, jeden KFZ-Besitzer, der zwei Parkplätze am Neulöwenberger Bahnhof braucht, einen freundlichen Brief mit Parkanweisungen zu hinterlassen.
Auf dem Bahnsteig: Ende der Euphorie! Der Regionalexpress verspätet sich. Natürlich. Meine Vorurteile haben ihren Nährboden zurück. Nicht nur die Flexibilität ist mir geraubt, ich komme auch über die Schiene zu spät.
Im Zug dann: Kein Schaffner. Schwarzfahren. Der Versuch, den Kauf online aus dem Zug zu tätigen, scheitert dank der Digital-Wüste an Deutschlands Schienen. Liebe Geschäftsführer der Bahn, es war kein Eigennutz. Ich hab es nicht gewollt. Neun Minuten sind halt kurz. Ich spende heute Abend für einen vernünftigen Zweck. Versprochen.
Stunden später dann der Weg zurück. Dank der digitalen Infrastruktur im Büro habe ich diesmal eine Fahrkarte. Einstieg in den Zug: Voll wäre untertrieben! Abstand halten? Der Satz scheint mir lächerlich!
Die Fahrtzeit doppelt so lang. Angesichts der Feierabendstrecke per Auto an Tag 1 ist die Enge zu verschmerzen. Nassenheide war ein Nadelöhr. Es wird jetzt täglich zur Falle. An einem Freitag stell’ ich mich dort sicher nicht mehr an. Der Zug zurück ist trotzdem kein Vergnügen. Den Hintern des stehenden Passagiers im Gesicht. Zum Nebenmann nicht mal 10 Zentimeter. Dass es der Schaffner durch das Gedränge bis zu mir schafft, scheint mir aussichtslos. Schade, ich hätte gern den QR-Code meiner Fahrkarte vorgezeigt.
Für Tag 6 bis 52 bin ich unentschlossen. Zähneknirschend über die Umleitung, aber immerhin flexibel und frei von Platzangst? Oder kurz dicht an dicht, aber mit weniger Puls?