Es gab kaum einen Flatower, der beim Erntefest in seinem Haus blieb. Wer nicht selbst beim festlichen Umzug am Samstagmittag teilnahm, lugte wenigstens neugierig über den Gartenzaun und pilgerte mit einigem Abstand ebenfalls in Richtung Sportplatz.
Leonie ist zwar erst sieben Jahr alt, fuhr aber schon zum zweiten Mal beim Umzug mit. Beim Schmücken ihres kleinen Quads mit hölzernem Anhänger hatte die gesamte Familie mit vereinten Kräften mitgeholfen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Von der fröhlich lächelnden Strohpuppe am Lenkrad bis zu den hübsch drapierten Kürbissen im Anhänger passt alles zusammen. Das Lächeln in Leonies Gesicht verriet ohne große Worte, wie viel Spaß sie daran hatte, dieses schmucke Fahrzeug zu steuern.
Auf dem Sportplatz angekommen, begrüßte Ortsvorsteher Gert Dietrich (UWG/LGU) die Gäste mit nachdenklichen Worten. „Es war ein sehr heißer Sommer, und das, was noch da war, musste zu früh eingefahren werden“, resümierte er die diesjährige Ernte. Umso mehr gelte es jetzt, den Zusammenhalt in Flatow zu stärken und vor allen Dingen miteinander zu reden.
Für das Erntefest mehr als ein halbes Jahr im Voraus zahlreiche Einzelpersonen und Vereine mit vereinten Kräften gearbeitet, um diese Fete stattfinden zu lassen. Vom Angelverein, der mit Gummistiefelweitwurf die Gelegenheit für sportlichen Wettbewerb anbot, über die Landfrauen bis zum SV Rot-Weiß Flatow, dessen Mitglieder hinter dem Grill standen, waren alle vertreten.
Für die Kinder gab es zum Austoben eine Hüpfburg, einen Fahrradparcours und Zielangelweitwurf. „Ohne so viel ehrenamtliches Engagement ist das nicht möglich“, ist sich Gert Dietrich sicher. So bot auch das Bühnenprogramm einen Höhepunkt nach dem anderen. Die Kinder der Kita „Zwergenland“ hatten ein kleines musikalisches Programm einstudiert. Anschließend fegte der Rock-‘n‘-Roll-Club „Butterfly“ aus Sommerfeld über die Bühne, bevor „Drums Alive“ ihre rhythmische Show darboten. Der Kremmener Shantychor gab sich die Ehre, ebenso der Karneval-Club Kremmen.
Mitten im Getümmel: die Kremmener Erntekönigin Lara. Mit ihren zarten 18 Jahren strahlte sie angesichts des Trubels eine angenehme Selbstsicherheit aus. „Man muss als Erntekönigin sehr aufgeschlossen und kontaktfreudig sein“, bestätigte die Abiturientin. Zusätzlichen Halt boten ihr außerdem ihre Freundinnen, die sie auch in Flatow begleiteten. Für die kommenden Aufgaben, etwa einen Auftritt auf der Grünen Woche in Berlin im Januar, ist sie bestens gerüstet.