Das Projekt ist in der Gemeinde Mühlenbecker Land nicht unumstritten. Der Mühlenbecker Ortsbeirat befürchtet beispielsweise zu große Konkurrenz für die sechs Friedhöfe im Ort. Doch über diese Bedenken hat sich die Mehrheit der Gemeindevertreter im Februar vergangenen Jahres hinweggesetzt. Die Lokalpolitiker plädierten grundsätzlich dafür, diese andere Art der Bestattung in der Gemeinde zu ermöglichen. In einem Interessenbekundungsverfahren wurde dann die "Friedwald GmbH" als geeigneter Betreiber für einen Bestattungswald ausgewählt. Die Gesellschaft bewirtschaftet bundesweit mehr als 50 solcher Begräbnisstätten, darunter auch eine in der Nähe von Bernau.
Schon zu Lebzeiten können sich Interessierte einen Platz unter einem Baum im Summter Wald suchen, wo sie in einer biologisch abbaubaren Urne bestattet werden möchten. Lediglich eine kleine Namenstafel weist auf den Verstorbenen hin. Grabschmuck, Kerzen oder Gedenksteine sind nicht erlaubt, die Beisetzungen können aber individuell gestaltet werden. Das Gelände ist frei zugängig. Am Eingang steht eine Hinweistafel mit einem Lageplan. So können die durchnummerierten Bäume, unter denen sich die Gräber befinden, von Angehörigen und Freunden besser gefunden werden.
Hanns-Werner Labitzy, Bauamtsleiter im Mühlenbecker Land, geht davon aus, dass spätestens Ende des zweiten Quartals dieses Jahres, eventuell schon zu Ostern, die Anlage eröffnet wird. Bis dahin muss die standardisierte Nutzungsordnung an das Summter Waldgebiet nördlich des Sees angepasst und das Areal vorbereitet werden. Geplant ist auch, weitere Stellplätze auf dem Parkplatz am Nordufer anzulegen sowie eine Toilette aufzubauen. Die Kosten trägt die "Friedwald GmbH".