Die Stadt Oranienburg und der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) des Landes halten trotz des Corona-Lockdowns am Termin für die Bombenentschärfung am 18. November am Lehnitzer Inselweg fest. Das ließ Bürgermeister Alexander (parteilos) am Freitag ausrichten. 5.500 Oranienburger müssen dann ihre Wohnungen verlassen.
„Es ist mir durchaus bewusst, welche Anstrengungen wir von den Menschen erwarten, die im Sperrbereich wohnen und aktuell ihre Kontakte reduzieren – nämlich, dass sie sich jetzt auch noch auf eine Bombenentschärfung einstellen müssen“, sagte Laesicke am Freitagnachmittag mit Blick auf zahlreiche Bürgeranfragen, die auch die Stadtverwaltung erreicht hätten. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass die Bombe scharf sei, sei hoch. Zuletzt hatte es Kritik am Entschärfungstermin gegeben, weil wegen des Lockdowns auch öffentliche Einrichtungen und Lokale jenseits der Sperrkreisgrenzen geschlossen sind. Viele Menschen aus dem Sperrkreis wissen nicht, wo sie die Entschärfung abwarten sollen.

Bürgermeister Laesicke spricht von schwieriger Abwägung

Die Abwägung sei schwierig gewesen, sagte Laesicke: „Denn eine Bombenneutralisierung unter den Bedingungen der Pandemie sicherzustellen, ist eben keine Routineangelegenheit.“ Niemand wisse, „wie lange uns das Virus noch beschäftigen wird. Auch wissen wir nicht, wie der Winter aussehen wird. Jedoch sind nach wie vor Bomben im Oranienburger Boden aktiv und drohen auch ohne äußeren Anlass zu detonieren.“ Diesem Szenario müssten Stadt und KMBD entgegenwirken. Laesicke bat dafür am Freitag um Verständnis.

Stadt stellt Notunterkünfte zur Verfügung

Die Stadt will am Entschärfungstag mehrere Notunterkünfte zur Verfügung stellen. Details sollen in der kommenden Woche verkündet werden. Ein spezielles Bürgertelefon wird ab Montag, 9. November unter der Telefonnummer 600 900 freigeschaltet. Zwischen 9 Uhr und 15 Uhr können dort Fragen zur Entschärfung gestellt werden.