Der Antrag der Fraktion B 90/Grüne-Briesetalverein, auf den Bau des geförderten Radweges zu verzichten und stattdessen die Fichteallee als Fahrradstraße auszuweisen, wurde am Donnerstagabend nach kurzer Diskussion in der Gemeindevertretersitzung mit drei Stimmen Mehrheit abgelehnt. Sieben Lokalpolitiker sprachen sich für den Antrag aus, zwei enthielten sich. Es bleibt also bei dem Plan, einen asphaltierten Weg durch den Wald zu bauen. Der örtliche ADFC begrüßt die Entscheidung. "Aus unserer Sicht ist ein von der Straße getrennter Weg für Radfahrer die sicherste Lösung", sagte Sprecher Andreas Blaschke, für den Menschenschutz vor Baumschutz geht. "Eine Fahrradstraße würde die Sicherheit der Radfahrer nicht wirklich verbessern, da sich Autofahrer außerhalb der Bebauung vermutlich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten", so Blaschke. Die Lenkungsgruppe Klimaschutz in Birkenwerder hatte sich im Gegensatz dazu im Vorfeld der Entscheidung gegen den Radweg durch den Wald ausgesprochen. Allein die geplante Fällung von 165 Bäumen spreche aus Sicht der Klimaschützer gegen das Vorhaben. Nach Protesten im vergangenen Jahr wurde durch leichte Verschwenkungen der Strecke immerhin erreicht, dass mehrere Eichen nicht gefällt werden müssen.
Die Planung sieht vor, für fast eine halbe Million Euro einen rund 860 Meter langen asphaltierten und 2,50 Meter breiten Radweg entlang der Fichteallee von der Autobahnbrücke bis nach Briese zu bauen. Ziel ist es, einen Lückenschluss für den Fernradwanderweg Berlin-Koppenhagen zu erreichen. Wann mit dem Bau des Radweges begonnen wird, ist derzeit offen. Der Antrag auf Fördermittel ist noch nicht entschieden. Die Planung kann mit bis zu 15 Prozent, der Bau mit bis zu 90 Prozent bezuschusst werden.
Hoffnung für Lösung an L 21
Auch für einen weiteren Radweg in den S-Bahn-Gemeinden gibt es Licht am Horizont. Im Rahmen des Koalitionsbeschlusses "Den Radverkehr weiter ins Rollen bringen" wurde auch beschlossen, die Prioritätenliste für den Ausbau von Radwegen an Landes- und Bundesstraßen bis Mitte 2022 zu überarbeiten. "Ich werde mich dafür einsetzen, dass der Radweg an der L 21 zwischen Summt und Wensickendorf dann endlich auf die Prioritätenliste kommt. Der unbeleuchtete, sandige Waldweg ist wahrlich keine Alternative für Alltagsradfahrer", sagte der Borgsdorfer Landtagsabgeordnete Thomas von Gizycki (B90/Grüne). Er appellierte an die S-Bahn-Kommunen, die in Aussicht stehenden Fördermittel für den Bau von Radabstellanlagen an den Bahnhöfen zu nutzen. Dort gebe es aufgrund zahlreicher Pendler, die den Nahverkehr nutzen, viel zu wenig Parkplätze für Radfahrer.