Gibt es sie noch, die ostdeutsche Identität? Gut 29 Jahre nach der deutschen Einheit haben sich Studenten der Filmakademie in Baden-Württemberg auf die Suche danach gemacht. Eine Station entlang der Route der Bundesstraße 96 von Zittau bis zur Ostsee war Teschendorf. Dort haben sie unter anderem mit Kathrin, der Geschäftsführerin des Blumenstübchens und ihrem Nachbarn Jens gesprochen, der im Kiosk gleich nebenan Bratwürste verkauft. Klar auch, dass bei einem Zwischenstopp in Teschendorf ein Besuch des Stoppelrennens Pflicht ist.

Zum 30. Jahrestag der Einheit sind die Filme fertig

Nun ist zum 30. Jahr der Einheit das Projekt fertig. Die fünf Episoden können ab heute, 1. Oktober, in der ARD-Mediathek abgerufen werden, wie Theresa Bacza als Produzentin und Kathleen Witt als Regisseurin mitteilen.
Auf die Idee für die Dokumentation kam Theresa Bacza, die 1988 in Gera geboren wurde, als sie des Studiums wegen nach Ludwigsburg zog und plötzlich feststellen musste, dass sie eine Person mit DDR-Migrationshintergrund ist.

Den Menschen im Westen den Osten erklären

„Ich hatte nie des Gefühl, anders zu sein“, stellt sie klar. Doch habe sie plötzlich das Gefühl bekommen, den Menschen im Westen erklären zu müssen, was eigentlich der Osten ist und das es auch dort nette Leute und schöne Landschaften gebe.
So hat sie sich gemeinsam mit Regisseurin Kathleen Witt und einem Team auf die Suche nach der ostdeutschen Identität entlang der Bundesstraße 96 gemacht. Stationen waren Zittau, Großräschen, Teschendorf, Neubrandenburg und Sassnitz. Gesprächspartner waren nicht Alteingesessene, sondern immer Menschen, die um die Wendezeit geboren wurden, die also die DDR nicht erlebt haben. Die Fragen waren, ob es die ostdeutsche Identität noch gibt und ob Ost- und Westdeutsche auch heute noch zu unterscheiden sind?

Ein neues Porträt der Ossis

Entstanden ist ein neues Porträt von Ossis, die keine Unterscheidungen machen und ganz einfach nur sagen: „Hier ist es auch geil.“ Die Episoden haben eine Laufzeit zwischen 10 bis 13 Minuten.