Der Bezirk Berlin-Mitte hatte Anfang des Jahres die Ausnahmegenehmigung, die das Monbijou Theater für das Bespielen des Parks benötigte, nicht mehr erteilt. Wie Tagesspiegel und Berliner Morgenpost berichten, seien Beschwerden von Anwohnern und intransparente Finanzen dafür verantwortlich. Die Bezirks­verordneten­ hatte Ende Dezember 2018 entschieden, "die Genehmigung für öffentliche Nutzungen und Veranstaltungen im Park auf öffentlichen Flächen sollen zukünftig ausschließlich an gemeinnützige oder genossenschaftliche Träger vergeben werden". Schulz gründete daraufhin einen gemeinnützigen Verein. Aber er hatte das Nachsehen. Den neuen Mietvertrag unterschrieb die "Theater an der Museumsinsel gGmbH", gegründet und geleitet von seinem ehemaligen Geschäftspartner David Regehr. Das teilte die Eigentümerin der Flächen, die Humboldt-Universität, Ende März mit. Die einstigen Theaterpartner hatten sich laut Medienberichten zerstritten. "Die Universität hatte zuvor in intensiven Gesprächen wiederholt versucht, zwischen den konkurrierenden Interessenten zu vermitteln", heißt es in der Erklärung der Berliner Uni.
Für Christian Schulz bedeutet die Entwicklung in Berlin nicht nur den Verlust seiner Spielfläche, sondern auch den Verlust einer wichtigen Einnahmequelle. Auch seine Märchenhütten, die im Winter Geld in die Kasse spülten, standen im Monbijoupark. Schulz will oder muss nun offenbar aus finanziellen Gründen sein Schloss verkaufen, das er laut Potsdamer Neueste Nachrichten vor zehn Jahren für 170 000 Euro von der Gemeinde Oberkrämer erwarb.
Ein möglicher neuer Schlossherr steht nach Informationen unserer Zeitung schon in den Startlöchern. Die Oberkrämer Gemeindevertreter beraten am Montag in einer nichtöffentlichen Sitzung über Änderungen im Grundbuch. Einträge, die das Wegerecht betreffen, sollen diskutiert werden. Bisher war das Schlossgelände – Park und Weg – öffentlich zugänglich. Der potenzielle neue Eigentümer will das offenbar ändern.
Stimmen die Gemeindevertreter zu, dürfte der Weg mit seinem Einzug gesperrt werden. Votieren die Abgeordneten dagegen, könnte der Interessent vom Kauf absehen und Christian Schulz bliebe Eigentümer. Was dieser offenbar nicht will. Ein Schloss kostet Geld. Sollte Schulz nicht zahlungsfähig sein, könnte das Anwesen später in eine Insolvenzmasse fließen. Wie unsere Zeitung erfuhr, arbeitet die Linke in Oberkrämer gerade an einer Lösung, mit der sowohl Schulz als auch die Öffentlichkeit leben kann.
Auf der Online-Seite des Schlosses heißt es, dass es ab Juni nur noch geschlossene Veranstaltungen geben wird. Daneben werden allerdings auch das Dorffest zur Landpartie am 15. Juni und ein Kafka-Abend im August angekündigt.
Schulz selbst bleibt hartnäckig, zumindest was seinen ehemaligen Berliner Standort angeht. Mit einer Online-Petition wollen er und einige Darsteller Druck machen.