Zur in der vergangenen Woche eröffneten Ausstellung „1948“ über die Gründung des Staates Israel geht es am 3. September ab 18.30 Uhr um Antisemitismus in Brandenburg. Referentin Dorina Feldmann geht der Frage nach, wie sich Antisemitismus konkret äußert und wie er durch Jüdinnen und Juden wahrgenommen wird. Welchen besonderen Herausforderungen stehen dabei jüdische Gemeinden in Brandenburg und – weiter gefasst – in den neuen Bundesländern gegenüber?
In der Problembeschreibung „Antisemitismus in Brandenburg“ von 2019 finden sich Antworten dazu. Die Studie schaut zudem auf die Erfassung antisemitischer Vorfälle durch staatliche und nichtstaatliche Institutionen in Brandenburg und gibt ein Bild davon, wie Antisemitismus in einem Flächenland auftritt, in dem Jüdinnen und Juden weniger als ein Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Aufklärung und Prävention

Dorina Feldmann, in Oranienburg unter anderem bekannt durch ihre Arbeit im Förderverein für interkulturelle Bildung und Begegnung (FiBB) legt Forschungsergebnisse die Fachstelle Antisemitismus des Landes Brandenburg vor. Die unter Leitung von Peter Schüler im Mai 2019 eingerichtete und am Moses-Mendelssohn-Zentrum für europäisch-jüdische Studien der Universität Potsdam angesiedelte Recherche- und Informationsstelle wird vom Netzwerk Tolerantes Brandenburg gefördert. Sie widmet sich einerseits der Erfassung antisemitischer Vorfälle im Land Brandenburg und andererseits auch der Antisemitismusaufklärung und -prävention.

Antisemitismus ist im Alltag prägendes Problem

Für das Jahr 2019 legte die Fachstelle einen Bericht über antisemitische Vorfälle im Land Brandenburg vor. Dieser zeigt, dass auch in einem Flächenland wie Brandenburg Antisemitismus ein alltagsprägendes Problem ist und bleibt.
Die Ausstellung „1948. Wie der Staat Israel entstand“ ist noch bis zum 22. September in der Tourist-Info vor dem Eingang zur Stadtbibliothek zu sehen. Pandemiebedingt gelten während der Veranstaltung Abstandsregeln und bis zur Einnahme des Platzes sowie die Pflicht zum Tragen einer Mund-/Nase-Bedeckung. Da die Platzzahl begrenzt ist, wird um kurze Anmeldung bei der Stadt Oranienburg unter Telefon (03301) 600-6011 oder per E-Mail unter gilz@oranienburg.de gebeten.
Informationen zur Ausstellung „1948“ und den Begleitveranstaltungen sind zu finden unter www.oranienburg.de/1948