"Naturnaher, regionaler Tourismus statt Massentourismus per Flugreise, eine weitere Aufwertung der Havel als touristischer Magnet und Naherholungsbereich (neuer Fuß- und Radweg), wirtschaftliche Stärkung unserer Stadt, eine Verbindung auf dem Wasser von Oranienburg nach Neuruppin." Er verstehe die Ablehnung des lange geplanten und nun "endlich in die Umsetzung gehenden Projektes" nicht, sagte Lüttmann.
Bund übernimmt Kosten
Sebastian Dosch, Sprecher des Wasserstraßen und Schifffahrtsamtes (WSA) in Eberswalde, stellte den Bedenken an dem seit 15 Jahren geplanten Schleusenneubau einige Fakten gegenüber. "Das Projekt ist mehr als der Neubau", sagte Dosch. Der Bund übernehme neben der Hälfte der Baukosten auch die komplette Kampfmittelsondierung im Bereich der Schleuse sowie auf dem 800 Meter langen Havelabschnitt zwischen Schlosshafen und Friedenethal. Auch die Kosten zur Ausbaggerung dieses Flussabschnittes zahle der Bund. Um den Sportbootverkehr auf der Havel auch künftig zu gewährleisten, werde die Havel bei Bedarf in fünf Jahren erneut ausgebaggert. Danach sei die Flusssohle für die kommenden zehn bis 20 Jahre stabil. Die Schiffbarmachung sei ein massiver Eingriff in die Natur. Dafür würden Ausgleichsmaßnahmen geschaffen. "Das ist Teil der Umweltverträglichkeitsprüfung des Landesumweltamtes im Planfeststellungsbeschluss", erklärte Dosch.  Als Ausgleich für den Eingriff werde zudem der Oranienburger Kanal renaturiert. Die Kampfmittelbeseitigung auf dem Havelabschnitt könnte ein Pilotprojekt für alle Wasserstraßen im Raum Oranienburg sein, hofft Dosch.
Mögliche Niedrigwasserstände wie in den beiden vergangenen Jahre habe das WSA genauso wie Hochwasserstände bei der Planung immer im Blick gehabt, so Dosch. "Wir müssen dabei über Friedenthal hinaus denken, von der Müritz bis zur Schleuse Spandau."