"Sehr gemischte Gefühle" würden ihn derzeit bewegen. "Ich freue mich  auf den TuS. Das ist eine spannende Sache. Aber natürlich geht der Abschied von Blau-Weiss nicht spurlos an einem vorbei." Zwölf Jahre war Thiel den Randberlinern verbunden. "Ich bin nicht der Typ, der das einfach wegschüttelt. Das geht mir sehr nah." In Hohen Neuendorf habe er liebe und nette Menschen kennengelernt, die teilweise zu Freunden wurden. "Es gab Momente und Begegnungen, die ich nicht missen will."
Als Spieler habe er eine aufregende Zeit erlebt. "Den größten Teil davon spielten wir in der Landesliga." Dem bitteren Abstieg in der Saison 2009/10 folgte zwei Jahre später der Wiederaufstieg. Im Oktober 2014 befand sich das Team wieder in einer prekären Situation. "Wir hatten eine ordentliche Truppe, aber es lief nicht", erinnert sich Thiel – der vom langjährigen Trainer Marijan Reeder angesprochen wurde, ob er dessen Amt übernehmen will. "So ganz überraschend kam das alles für mich nicht. Dass mir aber zu diesem Zeitpunkt das Zepter übergeben wurde, war so nicht geplant."
Vom Spieler zum Trainer zu werden, sei keine einfache Aufgabe gewesen. Die Mannschaft um den alten Haudegen Stephan Pötzl habe es ihm aber leicht gemacht. "Ich hatte schnell das nötige Standing." Als Hohen Neuendorfer Trainer ("Das waren noch intensivere Jahre") erlebte der nun in Zepernick lebende B-Lizenz-Inhaber Höhen und Tiefen. 2016 schnupperte Blau-Weiss am Aufstieg, "dann haben wir aber die letzten Spiele leider vergeigt".
Tiefpunkt war vor wenigen Monaten der Abstieg aus der Landesliga. "Die Qualität ist über die Jahre schlechter geworden", bedauert Thiel, dass es immer weniger Zulauf gab und aus dem Nachwuchs viele Jahre nichts Adäquates kam.
Der nun bevorstehende Abschied sei eine seelische Belastung. Bevor es am kommenden Freitag bei der Weihnachtsfeier zum emotionalen Höhepunkt kommen werde, gehe es aber darum, am Sonntag einen vernünftigen Abschluss hinzubekommen. Das Heimspiel gegen den um drei Punkte besseren Wartenberger SV beginnt um 13 Uhr. "Eine ordentliche Truppe. Wir wollen nicht ins offene Messer laufen, Nadelstiche setzen und nicht unter die Räder kommen." Nach dem wichtigen Sieg in der Vorwoche gehe es darum, defensiv stabil zu stehen. "Ich hoffe auf einen positiven Abschluss."

Der Werdegangdes scheidenden Trainers


Torsten Thiel ist ein vereinstreuer Mensch.

Seine komplette Jugendzeit verbrachte der Fußballer bei Rapide Wedding, wo er auch den Sprung ins Männerteam schaffte und mit diesem in der Oberliga spielte.

Trotz einiger Angebote aus der Regionalliga schloss sich Thiel dann dem VfB Hermsdorf an und blieb diesem sechs Jahre treu.

Zwölf Jahre lang war "Schnecke" als Spieler und Trainer bei Blau-Weiss Hohen Neuendorf.

Im Januar übernimmt der 48-Jährige, der in Zepernick lebt, als Trainer den Brandenburgligisten TuS 1896 Sachsenhausen. sz