Letztlich sei seine Warnung von den eigenen Spielern ganz offenbar nicht ernst genommen worden. „Ich habe den Jungs ganz klar gesagt, dass sie abliefern müssen, wenn sie beim Birkenwerder BC 08 gewinnen wollen“, sagte Sascha Flemming, Trainer des BSC Fortuna Glienicke, der nach 90 Minuten ohne Umschweife anerkannte, dass genau das nicht geschehen sei. „Deshalb hat der BBC auch hochverdient mit 2:0 gewonnen.“

Für diese Ambitionen zu wenig

Dabei hatten die Glienicker selbst sogar darauf spekuliert, vor der Corona-Zwangspause Platz eins der Landesliga zu erobern, was mit einem Sieg sogar funktioniert hätte. Die Stimmung, mit welcher der Tabellenzweite in die kommenden Wochen geht, ist nun jedoch gedämpft. „Für eine Mannschaft, die um den Aufstieg um die Brandenburgliga mitspielen möchte, war das einfach viel zu wenig“, so Flemming.
Sein Gegenüber, Florian Glitza, genoss dagegen den eigenen Erfolg in vollen Zügen. Als Neuling gegen eine solche Mannschaft zu gewinnen, sei „schon sehr okay. Wenn man aber weiß, dass der Gegner andere Ambitionen hat, ist es für den eigenen Kopf leichter“, so der Coach des BBC.
Die Glitza-Elf stellte die Räume zu, arbeitete gut gegen den Ball und ließ damit die individuelle Klasse der Glienicker Spieler gar nicht erst zur Entfaltung kommen. Und vorne glänzte Birkenwerder mit Effektivität. So nutzten Alexander Reischel (23.) und Marco Noack (60.) zwei der wenigen Chancen eiskalt.

Konter zurückgepfiffen

Vor allem der Treffer zum 2:0 ärgerte Sascha Flemming sehr. Denn der Entstehung ging ein Fehler mit Ansage voraus. „Mein Außen- und Innenverteidiger gehen beide zum Kopfball und verlieren diesen gegen Ron Haß. Das spreche ich immer wieder an“, so Glienickes Trainer, den nach Spielschluss auch eine Situation kurz vor der Pause noch wurmte. So habe sich seine Mannschaft eine überaus aussichtsreiche Kontergelegenheit erspielt. Doch Schiedsrichter Jens Polzenhagen pfiff den Angriff zurück, um einen BBC-Spieler wegen Meckerns zu verwarnen. „Wer weiß, wie nach einem möglichen Ausgleich das Spiel läuft. „Letztlich sind wir aber selbst von uns enttäuscht. Birkenwerder war immer einen Tick schneller und wir in kaum einer Aktion souverän.“

Ärgerliches Rot

Bitter aus Sicht des Gastgebers: Maro Noack, der den ersten Treffer vorbereitete und das 2:0 selbst erzielte, flog in der 74. Minute nach einem Kopfstoß gegen Pierre Henkel mit Rot vom Platz. „Für uns war das sehr ärgerlich, weil er eigentlich kurze Zeit später ausgewechselt werden sollte. Zuvor lief es auch richtig gut für Marco“, bedauerte Birkenwerders Trainer Florian Glitza den Aussetzer seines Spielers. skr
Birkenwerder: Mimietz - Reimann (90.+2 Kain), Prußok, Dachwitz, Noack, Dombert (84. Lehmann), Reischel (75. Weigel), T. Seidenspinner, Tettenborn, K. Seidenspinner, Haß
Glienicke: Klugmann - Puhlmann, Amuri (35. Yazir), Wandel (65. Küllmei), Röchert (62. Metzlaff), Ejder, Fritz (62. Dungs), Kirchner, Ciao, Henkel, Hippe