Dass auf ihn im Landespokalspiel gegen den VfB Krieschow einiges an Arbeit zukommen würde, darauf hatte sich Eric Günther, Torhüter des TuS 1896 Sachsenhausen, im Vorfeld eingestellt. „Ich war gut vorbereitet. Der Rest ist dann Tagesform“, sagt der 22-Jährige.
Und genau die war trotz der knappen 1:2 (1:1)-Niederlage seines TuS gegen den Spitzenreiter der Oberliga-Süd beim Neuzugang der Sachsenhausener richtig gut. Mit starken Paraden hielt er den Brandenburgligisten 90 Minuten lang im Spiel. Wenig erinnerte dabei daran, dass hinter Eric Günther alles andere als einfache Monate liegen.

Zuvor wenige Einsätze

In der Wechselphase im Sommer hatte es den Torhüter vom Oberligisten FC Strausberg zum TuS gezogen. Mit dem Ziel, den Spaß am Fußball wiederzuentdecken. Nach nur wenigen Einsätzen in den Jahren zuvor hatte Günther seinen sportlichen Neustart ausgerufen.
Und mit dem ersten Pflichtspieleinsatz im Sachsenhausener Trikot sei nun ein kleiner Schritt in die richtige Richtung getan. „Ich habe lange nicht mehr gespielt, zuvor auch in Strausberg nicht. Deshalb bin ich jetzt froh, dass ich die Chance beim TuS bekommen habe“, sagt Eric Günther. „In der Mannschaft dabei zu sein, macht richtig Laune. Auch der Spaß kehrt zurück. Das merke ich. Ich habe jetzt gegen Krieschow mein Bestes gegeben und fühle mich auch in unseren Einheiten sehr gut.“

Ohne Bedenken

Diese Entwicklung hat auch Coach Torsten Thiel registriert, weshalb er seinem Neuzugang für das Pokalspiel „absolut ohne Bedenken“ das Vertrauen schenkte. „Vor allem in den vergangenen 14 Tagen hat Eric überragend trainiert und dabei immer wieder bärenstarke Reflexe und Paraden gezeigt. Gegen Krieschow hat er nun noch einmal viel Werbung für sich gemacht.“

Wichtige Kommunikation

Ist damit das Torhüter-Duell zwischen Eric Günther und Nick Schrobback, der im Pokal zwar nicht dabei sein konnte, aber die ersten drei Begegnungen in der Brandenburgliga im TuS-Kasten stand, wieder völlig offen? „Ich will nicht davon sprechen, dass der Kampf um die Nummer Eins wieder neu entfacht ist. Doch Nick war jetzt ein paar Tage lang nicht da, und jeder muss sich im Training immer wieder neu beweisen“, sagt Torsten Thiel. Für den Trainer ist bei allem Konkurrenzdenken jedoch wichtig, dass die zwischenmenschliche Ebene nie außer Acht gelassen wird. Thiel: „Bisher passt das alles wunderbar. Nick und Eric haben ein gutes Verhältnis und der eine gönnt dem anderen die Spielzeit. Und für uns Trainer ist es einfach sehr wichtig, mit den Spielern zu sprechen – sowohl in guten wie auch schlechten Zeiten. Das kommt bei den Jungs an.“

Neues Selbstvertrauen

Wer am kommenden Sonnabend im Heimspiel der Brandenburgliga gegen den SV Falkensee-Finkenkrug das Sachsenhausener Tor hüten wird, scheint offen zu sein. Klar ist aber auch, dass sich Eric Günther nach dem Spiel gegen Krieschow weitere Einsätze erhofft. „Im Pokal wäre es mir zwar lieber gewesen, wenn wir als Sieger vom Platz gegangen wären und ich dafür vielleicht den einen oder anderen Ball weniger gehalten hätte. Ich bin aber definitiv in Sachsenhausen angekommen, und das eigentlich schon seit dem ersten Tag. Fußballerisch weiß ich, was ich kann. Vor allem auf der Linie. Deshalb war es jetzt auch einfach mal an der Zeit, dass ich das auch zeigen durfte“, sagt Eric Günther.