"Es sind in den letzten Wochen verschiedene Fälle durch die Presse gegangen, in denen sich Sportler nicht richtig verhalten haben. Wir wollten wissen, ob das eine subjektive Wahrnehmung ist oder ob es wirklich schlimmer geworden ist",  erklärt der zweite Vorsitzende des Barnimer Kreissportbundes, Frank Heinze. Kurzerhand lud der KSB Vertreter des Fußballkreises Oberhavel/Barnim, des Kreissportbundes Oberhavel und Vertreter der Schiedsrichter zu einer Diskussionsrunde ein.
"Das Ganze ist ein gesellschaftliches Problem", analysiert der Vorsitzende des Fußballkreises, Michael Reichert. "Die Menschen haben einfach weniger Respekt. Das zeigt sich beispielsweise im Umgang mit der Polizei, aber eben auch auf dem Fußballplatz. Es mangelt an Respekt gegenüber dem eigenen Trainer, den Gegenspielern, aber auch den Schiedsrichtern gegenüber."
Bundesliga als Vorbild
Dennoch, und das betont der Borgsdorfer Reichert besonders, sei man im hiesigen Fußballkreis noch sehr weit von "Berliner Verhältnissen" entfernt. Dort traten die Schiedsrichter jüngst sogar in einen vorübergehenden Streik. "Wir haben hier zum Glück nur Einzelfälle. Und wir arbeiten seit Jahren daran, dass sie nicht Überhand nehmen."
Eine Maßnahme sei eine gute Kooperation mit der Polizei, erklärt Toralf Reinhardt, im Kreissportbund für Öffentlichkeitsarbeit zuständig und im Berufsleben bei der Kriminalpolizei tätig. "Wir sind stolz auf die gute Zusammenarbeit mit dem Fußballkreis. Wir haben ein großes Interesse an Prävention, schulen auf Anfrage Schiedsrichter und entsenden Beamte zu bestimmten Spielen." Eine weitere Maßnahme gegen Gewalt auf Sportplätzen sei eine Ordnerschulung, die der Fußballkreis im Winter durchführen werde und die verpflichtend für die Vereine ist. "Da wird unter anderem geklärt, welche Rechte und Pflichten Ordner haben", kündigt Reichert an.
Auch Bekanntmachungen der Strafen seien angedacht. "Wir wollen ja gerade, dass die Presse auch darüber berichtet, wenn jemand dann eine Strafe bekommt, weil wir da eine abschreckende Wirkung sehen", so Michael Reichert. Weiterhin soll die Ausbildung von Schiedsrichtern und Trainern verbessert werden. "Die Trainer sollen mehr Verständnis für die Unparteiischen bekommen." Und auch die Schiedsrichter lernen im Zuge ihrer Ausbildung, wie man deeskalierend einwirke, berichtet Robert Reinhardt, Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses.
Einig waren sich alle darin, dass besonders die Vorbildfunktion wichtig sei. Wenn man im Fernsehen sehe, wie in der Fußball-Bundesliga David Abraham Freiburg-Trainer Christian Streich umrempele, habe das eine fatale Signalwirkung für den Kreisfußball. "Im Bundesliga-Bereich wird es vorgemacht und dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis es im Dorf ankommt. Das geht ja schon bei der Diskutiererei mit den Schiedsrichtern los. Das gibt es nur beim Fußball", bedauerte der Vositzende des KSB Barnim, Ronald Kühn.

Was auf Kreisebenegetan werden soll


Spezielle Schulungen von Trainern, Ordnern und Schiedsrichtern

Kooperation mit der Polizei, vorallem bei Brisanzspielen

Schnellere Urteile durch das Sportgericht und Bekanntmachung der Strafen in den Medien