"Das ist der Lohn für eine gute Saison", sagt SVO-Kapitän Tom von Glischinski. "Wir haben uns nichts vorzuwerfen und kein Spiel verloren. Aus sportlicher Sicht ist das einfach verdient."
Oberkrämer hatte im Zuge des Saisonabbruchs den direkten Aufstieg verpasst. Durch eine vom FLB angewendete Quotientenregelung lag das Team von Trainer Thomas Czerwionka trotz der Herbstmeisterschaft 0,02 Punkte hinter Einheit Zepernick. Ein Grund dafür: Am Wochenende direkt vor dem Saisonabbruch hatte der SVO spielfrei und deshalb bei einer Partie weniger als Zepernick gar nicht die Möglichkeit, vorbeizuziehen. Was nach dem Bekanntwerden der für Oberkrämer bitteren Quotientenrechnung folgte, war "reichlich Zuspruch. Der Fußballkreis und auch Zepernick haben viel Werbung für uns gemacht. Was das betrifft, können wir uns nicht beschweren", sagt von Glischinski. "Eine solche Hinrunde wie wir sie abgeliefert haben, spielt man aber auch nicht einfach mal so."
Damit ist der Verein nun dort, wo er selbst hinwollte. In der Saison 2018/2019 hatte Oberkrämer in einem spannenden Saisonfinale als Aufsteiger gegen Bötzow auf sportliche Art und Weise das Nachsehen. "Damals hatte es sich so ergeben, dass wir nach oben geschaut haben. Wir hatten einfach viel gewonnen, waren lange auf Platz eins und wollten dann auch den letzten Schritt machen. Das hat nicht geklappt und war bitter für uns. Vor der abgebrochenen Spielzeit gab es bei einer Umfrage unter Spielern deshalb die klare Tendenz, dass wir den Aufstieg in die Landesklasse eben jetzt schaffen wollen", sagt der SVO-Kapitän.
Über Umwege hat genau das nun funktioniert. Mit einer anderen Option wollte sich Tom von Glischinski "in den vergangenen Wochen auch gar nicht erst beschäftigen. Sonst hätten wir uns sicher hinterfragt, wofür wir in den vergangenen Monaten diesen Aufwand betrieben haben".
Nun sei die erste Mannschaft vielleicht noch ein Stück weit mehr das Aushängeschild des Vereins, "weil wir im Land und nicht mehr im Kreis spielen". Das dies nur ein kurzes Abenteuer wird, davon geht von Glischinski überhaupt nicht aus. Er orientiert sich am Beispiel der Eintracht aus Bötzow, die in der Landesklasse "eine gute Rolle spielt. Wir haben eine entwicklungsfähige junge Mannschaft, die auch nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird."

Zühlsdorf rückt in die Kreisoberliga auf


Dadurch, dass Oberkrämer die Kreisoberliga in Richtung Landesklasse verlässt, wird ein Platz frei. Diesen nimmt nach Angaben von Steffen Misdziol, Vorsitzender des Spielausschusses im Fußballkreis Oberhavel/Barnim, die SG Zühlsdorf ein.

Damit werden zur neuen Saison in der Kreisoberliga 14 Teams (inklusive der Aufsteiger Häsen und Hennigsdorf II) ins Rennen gehen. Die Variante, die Mannschaftsstärke auf 16 zu erhöhen, ist vom Tisch.

Zühlsdorf hatte beim Abbruch der Saison Platz vier in der Kreisliga Ost belegt. Aufgrund des besseren Quotienten zog die Mannschaft jedoch am Dritten, Einheit Zepernick II, vorbei.

Für eben jenen Fall, dass Oberkrämer vom Landesverband für den Aufstieg grünes Licht bekommt, hatte der Kreis sowohl Zühlsdorf als auch den FSV Germendorf (3. der Kreisliga West) befragt, ob bei ihnen Interesse an einer künftigen Kreisoberliga-Zugehörigkeit bestehe. Nur Germendorf lehnte ab. Weitere mögliche Nachrücker kamen nach einer Regelung des Kreises nicht infrage.