Sachsenhausens Leon Weigt verabschiedete sich in der 87. Minute nur noch kopfschüttelnd in Richtung Trainerbank. Dass die letzte Aktion im Spiel vor seiner Auswechslung auf bittere Art und Weise das Aus des TuS 1896 im Landespokal gegen den Oberliga-Süd-Spitzenreiter VfB Krieschow bedeuten sollte, konnten zunächst weder er, noch alle anderen im Lager des Brandenburgligisten fassen. Torjäger Andy Hebler störte all das wenig. Er verwandelte den Elfmeter zum 1:2-Endstand.

Kontakt war da

Nach einem Duell zwischen Weigt und dem Rechtsaußen der Gäste, Martin Dahm, fällte Referee Frank Heinze eine Entscheidung, welche Sachsenhausens Verteidiger Kevin Höpfner nach dem Schlusspfiff dann aber doch in die Kategorie „kann man vielleicht geben“ einstufen wollte. Allerdings: „Wenn der Schiedsrichter die ganze Zeit eine relativ lockere Linie pfeift, ist es umso bitterer, wenn er einen solchen Elfmeter dann sofort gibt.“

Abgeklärter Oberligist

So ist es letztlich wohl der Cleverness des VfB zuzuschreiben, dass dieser den Einzug in die nächste Runde perfekt machen konnte. Martin Dahm sprach davon, „dass wir im Endeffekt in Sachsenhausen auch ein bisschen Glück hatten“. Der an ihm verschuldete Elfer sei jedoch korrekt gewesen. „Unten am Fuß, wie es der Schiedsrichter meinte, trifft mich Leon Weigt aber überhaupt nicht. Dafür jedoch klar am Oberschenkel, und diesen Kontakt nehme ich dann halt an.“

Zehdenicker Vergangenheit

Auch Kevin Höpfner hat diesen Kontakt beobachtet. Mit einem Lachen fügt er an: „Martin Dahm hat seine fußballerische Ausbildung beim SV Zehdenick genossen. Er ist eben ein Schlitzohr.“ Der heutige Krieschower trug bis 2007 das Trikot des SVZ, ging dann für zwei Jahre zum Oranienburger FC Eintracht und wechselte schließlich in die Nachwuchsabteilung des FC Energie Cottbus. Seit 2016 läuft der 26-Jährige für den VfB auf.
Bei Höpfner, der ebenso eine Zehdenicker Vergangenheit hat (2017/18 Wechsel vom SVZ zum TuS), war dennoch die Enttäuschung über diese Niederlage im Landespokal sehr groß. „Für uns war einfach mehr drin. Natürlich hatte auch Krieschow Chancen, welche unser Torhüter Eric Günther teilweise überragend vereitelt. Aber dennoch haben wir uns nicht schlecht verkauft. Da wir auch selbst noch ein paar Chancen hat, ist es umso bitterer“, sagte Höpfner.
Den Sachsenhausenern war es über weite Strecken dieser Begegnung mit viel harter Arbeit gelungen, vor allem der Gästeoffensive um Knipser Andy Hebler das Leben äußerst schwer zu machen. Höpfner: „Ich habe mich richtig auf diese Partie gefreut. Es ist doch toll, wenn man gegen einen solchen Topstürmer spielen und sich in der Defensive beweisen kann.“

Andy Hebler trifft doch noch

Aus dem Spiel heraus blieb Hebler ohne Torerfolg. Den Treffer zum 1:0 für die Gäste hatte Leo Felgenträger in der 22. Minute erzielt. Dass Andor Müller später der Ausgleich (33.) gelang und Krieschow alles andere als einen ruhigen Nachmittag verleben sollte, kam für Martin Dahm wenig überraschend. „Als wir in der Saison 2016/2017 aus der Brandenburgliga aufgestiegen sind, war es ein harter Kampf mit dem Zweiten aus Sachsenhausen. Von daher wussten wir, auf wen wir hier treffen. Ich kenne auch noch viele Gesichter und weiß daher, welche Qualität im Team des TuS steckt“, sagte er.
Sachsenhausen: Günther - Höpfner, Leupold, Pilz, Pressmann (68. Pehl), Siegler, Magino (60. Wulff), Weigt (88. Wolf), Groll (46. Troschke), Müller, Beutke