Seit 25 Jahren gibt es bei Frank Hoffmann in Hohen Neuendorf Stulle, Schinken und Spiegelei: Strammer Max. Das gleichnamige Restaurant mit Pension feiert in diesem Jahr Jubiläum. Ein Umstand, der Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) auf seinem Unternehmensbesuch am Donnerstag ein „Wow!“ entlockte.
Ein Wort, das Frank Hoffmann, 56 Jahre alt, wohl auch gedacht oder sogar ausgesprochen haben mag, als er das Objekt direkt am S-Bahnhof vor mehr als zwei Jahrzehnten das erste Mal sah. „Es war Schutt und Asche“, erinnert er sich. „Wir haben es komplett ausgebaut.“ Ein Jahr musste er damals auf die Umnutzungsgenehmigung für den einstigen Blumenladen mit Wohnungen im Obergeschoss warten.

Bayrische Wochen mit Haxe und Maß

Auch heute erinnert im Innenraum noch etwas an die florale Vergangenheit des Gebäudes. „Da war Kies und eine richtige Bepflanzung“, zeigt Hoffmann auf ein Podest, auf dem Gäste Haxe oder Roulade essen. Oder eine Maß trinken und Leberkäse verspeisen. Momentan sind bayrische Wochen, Hoffmann selbst war übrigens noch nie auf dem Oktoberfest.
In Oranienburg geboren, zog es Hoffmann zu DDR-Zeiten in den Westen. Er floh. Versuchte es mehrmals. „Beim dritten Mal hat’s dann geklappt“, so der gelernte Dachdecker. In den 1990er-Jahren wagte er einen gastronomischen Versuchsballon in Berlin-Britz. „Ich habe ein bisschen geübt“, sagt er. Als er den „Strammen Max“ 1995 als eine der ersten Neuansiedlungen in Hohen Neuendorf eröffnete, arbeitete er eine Zeitlang weiter als Dachdecker. 2006 zog er aus dem Wedding in die Niederheide. Auch heute hat er noch ein Lokal in Berlin: Den „Schwarzen Kater“ in Weißensee. Momentan dreht dort ein Fernsehteam.

Corona, Soforthilfe und eine neue S-Bahnbrücke

Corona als größte Herausforderung seiner gastronomischen Laufbahn? Nein. Als vor rund 15 Jahren die Brücke am S-Bahnhof neu gebaut wurde, musste er zweieinhalb Jahre neben einer Baustelle arbeiten. Die Gäste blieben aus. „Das war eine schwierige Zeit.“
Durch Corona sei er bisher glimpflich gekommen. Er bekam Soforthilfe und der Vermieter erließ ihm einige Mieten – dafür strich Frank Hoffmann die Fassade komplett neu. Ein guter Deal, findet der Restaurantinhaber. „Nur meiner Frau musste ich kündigen.“ Sein Team besteht aus vier Leuten und ihm, seine Frau Silke ist Hauptköchin. „Aber ich konnte sie dann nach einigen Monaten wieder einstellen.“
Geholfen hat sowohl während des Brückenneuaus als auch in den vergangenen Monaten die 1997 eröffnete Pension über der Gaststätte. Sieben Zimmer. Eines so groß, dass es geteilt werden kann. Die Zimmer waren selbst in Krisenzeiten stets begehrt. Ein heißer Tropfen, so Hoffmann, aber ein wichtiger.

Mehr Parkplätze gewünscht

Vom direkten S-Bahnhof-Anschluss profitiert sein Laden nicht unbedingt. Dafür seien die Menschen zu beschäftigt, um schnell zur Arbeit zu kommen und danach rasch wieder nach Hause zu gelangen. Einen Wunsch gab er Bürgermeister Apelt dennoch mit auf den Weg: Die Parkplatzsituation müsse verbessert werden. „Frühs sind alle Straßen zugeparkt.“
Auch deshalb habe er seine Öffnungszeiten etwas nach hinten gelegt. Aber er hat einen Insider-Tipp, den meist nur seine Stammkunden kennen, die die deftige Kost im „Strammen Max“ zu schätzen wissen: Immerhin sechs Parkflächen gibt es auf seinem Hinterhof, direkt am Biergarten.