Diese Ordnungspartnerschaft beinhaltet die Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung bei Fußballspielen (wir berichteten). Es habe keinen Anlass gegeben, diese Vereinbarung einzugehen, betonte Wilfried Riemer, Vorsitzender des Kreises Oberhavel/Barnim. "Das ist eine rein präventive Maßnahme."
Bereits vor der Fusion der beiden Fußballkreise, genauer seit 2012, hatte eine solche Ordnungspartnerschaft im Barnim Bestand. "Sie ist einfach positiv und fruchtbringend", so Riemer. Im Barnim sei sie zwar zunächst holprig angelaufen - "einige Vereine hatten anfangs die Termine nicht so richtig ernst genommen. Aber wir haben es geschafft, den Klubs die Angst zu nehmen. Auch, dass sie dafür keine großen Auflagen erfüllen müssen."
Ist erst einmal alles angelaufen, profitieren sowohl die Vereine als auch die Polizei von dieser Zusammenarbeit. Die Ordner der Klubs werden professionell geschult. Mit Hilfe eines Musters können Stadionordnungen ausgearbeitet werden, und die Beamten haben mit dem Sicherheitsbeauftragten eines Vereins stets einen verlässlichen Ansprechpartner. "Natürlich könnte ich sagen, dass dies einen Mehraufwand für die Polizei bedeutet. Aber langfristig ist es für uns eine Ressourceneinsparung", verdeutlichte Hardy Börner, Leiter der Polizeiinspektion Barnim.
Auch Fred Kreitlow, Vizepräsident und Vorsitzender des Arbeitsausschusses Sicherheit beim FLB, sieht in der Unterzeichnung dieser Kooperation ausschließlich einen Mehrwert für alle Beteiligten. "Wir haben beobachtet, dass sich das Potenzial der Ultra-Szene immer mehr in die unteren Spielklassen verlagert. Deshalb nimmt die Frage nach der Sicherheit auch beim FLB einen immer größer werdenden Stellenwert ein."
Für Kreitlow macht die Partnerschaft absolut Sinn. Denn: "Wir dachten eigentlich, dass wir, was das Thema Stadionordnungen betrifft, schon weiter sind." Erst am vergangenen Wochenende, beim Landespokalspiel zwischen dem Ludwigfelder FC und dem FC Energie Cottbus, wurden den FLB-Funktionären Ungereimtheiten deutlich. "Der gastgebende Verein wurde von uns begleitet. Es gab im Vorfeld der Partie auch eine Sicherheitskonferenz. Wir mussten allerdings feststellen, dass in Ludwigsfelde überhaupt keine Stadionordnung vorhanden ist." Für "Verstimmung bei der Polizei" habe daraufhin eine Erklärung des LFC gesorgt, entsprechende Stadionverbote für Zuschauer nicht durchsetzen zu wollen.
Eine gut ausgearbeitete Stadionordnung hilft den Vereinen, sich rechtlich abzusichern. "Viele nutzen Fußball, um Rechtsextremismus eine Plattform zu geben." Das könne auch Inhalt einer Stadionordnung sein, sagte Börner.
Im Vereine und Polizei rücken im Fußballkreis Oberhavel/Barnim demnach enger zusammen.Dass dies nicht nur theoretischer Natur ist, werden die Fußballer zeitnah erfahren. So soll es in einem Spieljahr zwei bis drei Lehrgänge für Ordner geben. Zudem werden ein Mal im Jahr Begehungen der jeweiligen Sportanlagen stattfinden. Wilfried Riemer: "Es gibt eine Checkliste, welche dann vor Ort abgearbeitet wird." Auf diese Weise würden die Revierpolizisten den Kontakt zu den Klubs finden. "Die Polizei kennt dann die Plätze. Gibt es wirklich mal ein Problem, ist sie vorbereitet." (Anpfiff)