Wie Polizeisprecherin Dörte Röhrs am Donnerstag auf Nachfrage bestätigte, erfolgte der Notruf bei der Polizei um 22.23 Uhr. Dabei sprach der 25-jährige Anrufer davon, dass sich eine fremde Person Zutritt zu seiner Wohnung in der Walther-Bothe-Straße verschafft habe und er sich nun nicht mehr hinein trauen würde.
Wenige Minuten nach dem Notruf trafen zwei Polizisten am Tatort ein, sie wurden von dem Mieter empfangen und zu der offen stehenden Wohnungstür geführt. Nachdem die Polizisten die Räume betreten hatten, griff der 25-Jährige sie plötzlich von hinten mit einem Küchenmesser an und stach auf sie ein. Ein Beamter wurde dabei verletzt, gemeinsam mit seiner Kollegin konnte er aber dennoch den Angreifer unter Einsatz von Pfefferspray überwältigen. „Beide Kollegen mussten anschließend im Krankenhaus behandelt werden und sind vorerst nicht dienstfähig“, bestätigte Röhrs. Der Angreifer wurde festgenommen.
„Als wir von dem Angriff auf unsere Kollegen erfuhren, waren wir alle zunächst tief betroffen“, sagte Dörte Röhrs. Mit Angriffen sei bei Einsätzen zwar immer zu rechnen, aber „dass jemand gezielt Polizisten in eine Falle lockt, um sie vielleicht sogar zu töten, dass ist schon eine neue Stufe der Gewalt.“ Ein derartiger Fall sei ihr bislang noch nicht begegnet. „Wir wünschen den beiden Kollegen natürlich schnellstmögliche Genesung.“
Zum möglichen Motiv „ist derzeit noch nichts bekannt“, sagte Röhrs. Die Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstag Haftantrag beim Amtsgericht gestellt, diesem wurde stattgegeben. Der Angreifer, der aufgrund kleinerer Delikte bereits polizeibekannt war, wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Er muss sich nun wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verantworten.