Ortsvorsteherin Astrid Braun freut diese Nachricht. "Seit Jahren gibt es immer nur eines: Versprechungen", so die 57-Jährige während eines Rundgangs durchs Dorf. Zuständig wäre eigentlich der Landesbetrieb Straßenwesen. "Er wird aber in naher Zukunft nichts machen", so Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse (CDU). Deshalb haben die Stadtverordneten im vorigen Jahr einstimmig beschlossen, selbst in die Bresche zu springen. "Es wurde ein Planer beauftragt", so Busse. Die Landesstraße wird zwar nicht erneuert, dafür aber der unbefestigte Randbereich mit Zentimeter tiefen Löcher. Kosten: etwa 80 000 Euro. Mulden werden gesetzt, um die Entwässerung zu optimieren. Doch die Kalkulation braucht noch die Zustimmung des Landesbetriebes. Dort liegt der Plan derzeit. "Ich hoffe, dass die Ausbesserung noch in diesem Jahr realisiert werden kann", gibt sich Busse optimistisch.
Es wäre eine Erleichterung für die Anwohner. "Gerade, wenn eine Strecke auf der Autobahn gesperrt ist, nutzen viele Autofahrer die Alte Dorfstraße als Ausweichmöglichkeit", so Astrid Braun. Pkw und Lkw würden sich dabei natürlich eher selten an das Tempo-30-Limit halten. "Sie brettern hier einfach durch." Dass auf erneuerter Fahrbahn zwar nicht langsamer gefahren wird, spielt eine untergeordnete Rolle. Autofahrer und Besucher haben, wenn sie keinen Schlaglöchern mehr ausweichen müssen, aber vielleicht wieder ein Auge für das idyllische Landleben in Groß-Ziethen: Kräuterhäuschen mitten im Ort, Schlosspark, Pferdegehöfte. Nur der Storch findet momentan keine Partnerin, und das Gefallenendenkmal braucht eine Auffrischung. "Die Ausschreibung läuft", so Astrid Braun, die sich mit Herz und Verstand für ihren Ort stark macht.
So wurde der Spielplatz grundhaft erneuert, und der Festplatz hat einen neuen Unterstand mit Strom und Wasser. Der Dorfkrug steht zwar leer, doch mit Bäcker Forduhn haben die 219 Einwohner einen sozialen Treffpunkt, zu dem sie bald auch kommen, ohne meterlangen Schlaglöchern ausweichen zu müssen.