Erst in der vergangenen Woche hatte Professor Ingo Lütkemeyer vom Büro "IBUS Architekten" das Vorhaben in völlig neuer Form öffentlich in einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Sozialausschuss vorgestellt. Wie berichtet, rückt ein zusätzliches Gebäude nun unmittelbar an die Waldgrundschule heran, deren zwei Häuser dadurch einen zentralen Eingangsbereich erhalten. Platz ist im neuen Hort für 15 Gruppen à 25 Kinder.
Die Ausschüsse sowie Schulleiter Holger Mittelstädt (SPD) und "Kids-&-Co"-Kita-Leiterin Andrea Thielicke als Fachleute hatten sich ausdrücklich für die Variante ausgesprochen. Dann können alle Hortgruppen aus der Kita ausziehen und am Schulstandort unterkommen.
Auch die übrigen Stadtverordneten konnten überwiegend mitgehen. Oliver Jirka (Bündnis 90/Die Grünen) wollte die Kostensteigerung noch einmal erläutert haben. Das Gebäude wird nun statt 2 500 Quadratmetern 3 500 haben und fällt damit um 40 Prozent größer aus. Die Kosten steigen auf etwa 7,65 Millionen Euro. Zuvor waren die Kosten lediglich geschätzt, nun aber genauer untersetzt worden, erklärte Bauamtsleiter Michael Oleck, warum das Bauvorhaben nicht 40, sondern eher 50 Prozent teurer werde.
Benötigt werden für 2018 etwa fünf Millionen Euro und 2019 der Rest. Ob die Kosten mithilfe eines Kredits beglichen werden sollen, müsse noch durchgerechnet werden, so Bürgermeister Steffen Apelt. Möglicherweise kann die Stadt auf Fördermittel hoffen, wenn das Gebäude mit einer besonders energieeffizienten Heizung versehen wird. Norbert Matthes (parteilos) begrüßte den Bau und erinnerte daran, dass er sich seit vielen Jahren für den Neubau einer Kita, beispielsweise in der Nähe des Wasserturms, ausgesprochen habe. Er wollte wissen, ob der Bedarf an Hortplätzen nun "für die nächsten zehn Jahre" gedeckt sei. Schulleiter Mittelstädt erklärte, die Waldgrundschule sei in den kommenden Jahren vierzügig und werde künftig eher weniger als jetzt 600 Schülerinnen und Schüler haben. Insofern sei eine Hortkapazität von 350 Kindern ausreichend. Fred Bormeister (SPD) erinnerte quasi an das "Co" von "Kids & Co": Die Kita war einmal so geplant worden, dass dort neben Kindern auch Senioren Räume bekommen sollten. "Schau'n wir mal", äußerte Dr. Raimund Weiland (CDU) abwartend und ließ abstimmen: Mit 23 Ja-Stimmen und 3 Enthaltungen haben die Planer nun freie Bahn für die nächsten Schritte.
Ebenfalls zugestimmt haben die Stadtverordneten dem Spielplatzentwicklungsplan. Aufgestellt vom Berliner Garten- und Landschaftsarchitekturbüro Verena von Löbbecke, setzt der Plan die bereits entwickelten und künftigen Wohngebiete, Einwohnerzahlen, vorhandene und gewünschte Spielflächen zueinander in Beziehung. Damit wird der Spielplatzplan von 2008 abgelöst. Bauamtschef Oleck stellte aber auch klar, was der Plan nicht ist: eine Gebrauchsanweisung zur Umsetzung eines konkreten Spielplatzes. "Es ist keine Festlegung, was gemacht werden soll. Es werden lediglich aus Sicht der Planer Vorschläge gemacht."
Lukas Lüdtke (Linke) hätte sich gewünscht, dass auch kleine Spielflächen und -geräte im Stadtraum mit in den Plan einfließen. "Wir hatten mal die Idee zu einer ,bespielbaren Stadt'. Daraus ist leider nicht viel geworden", bedauerte Lüdtke.
Stephan Hohl (SPD) sah "eine Schräglage" darin, die Spielplätze in Bezug zur Einwohnerzahl zu setzen. "Das führt dazu, dass man denkt, die Stadtteile seien gut ausgestattet", meinte er. Dabei sei der Einzugsbereich eines Spielplatzes für ein benachbartes Wohngebiet bereits zu weit entfernt. Er sprach sich ebenfalls für kleine Spielflächen aus. Dennoch zeige der Plan die noch vorhandenen Defizite gut auf, so Oliver Jirka. Nur bringe der Plan an sich eben noch keine Verbesserungen. Jeder Spielplatz bleibe auch mit dem Plan samt Kosten eine Einzelfall-Entscheidung der Stadtverordneten, betonte Steffen Apelt.