Um den kommenden Spielbetrieb bei den Junioren hatte sich Christian Pahl ohnehin wenig Sorgen gemacht. Und seit Mittwoch blickt der Sportliche Leiter des Oranienburger HC auch entspannter auf die Wettbewerbe bei den Erwachsenen. Denn: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke vermeldete eine in einigen Punkten veränderte Eindämmungsverordnung, welche ab Sonnabend in Kraft tritt. Hallensport ist dann wieder für alle Altersklassen möglich. Bislang galt dies nur für Aktive bis 27 Jahre.

Training ist in Oranienburg wieder wie gewohnt möglich

„Für uns ist die Erleichterung groß“, sagt Christian Pahl. „Das muss man ganz klar so sagen. Wir sind jetzt froh darüber, dass das eine oder andere nun so stattfinden kann, wie von uns erhofft.“ Die Mannschaften mit älteren Spielern, die zuvor im Trainingsbetrieb sehr eingeschränkt gewesen seien, könnten nun wieder vollumfänglich arbeiten.
Während die Teams nach der Entscheidung des Landes wieder voll durchstarten können, steht auch für die Verantwortlichen des Oranienburger HC noch einiges auf dem Plan. Christian Pahl geht fest davon aus, „dass wir logistisch vor großen Herausforderungen stehen“.

Stark reduzierte Zuschauer-Zahl in der MBS-Arena

Im Blick hat der Sportliche Leiter dabei die anstehenden Jugend- und Matthäi-Cups sowie den Saisonstart der ersten Männermannschaft. Der OHC hat ein langes Konzept angefertigt, welches einen Spielbetrieb mit Fans ermöglichen soll. Dieses liegt zeitnah dem Gesundheitsamt vor. „Wir hoffen, dass wir damit die Rahmenbedingungen geschaffen haben, um in viereinhalb Wochen den 1. Spieltag bestreiten zu können – mit 260 Zuschauern“.
Tom Neumann, Vorsitzender SV Eichstädt: „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, dass die Saison wie geplant am 26. September starten kann. Trotzdem bleibt alles unter Vorbehalt, da niemand weiß, was in den kommenden Wochen passiert. Bei den Eichstädter Männern hätten wir nur sieben Spieler gehabt, die jünger als 27 Jahre alt sind. Nur mit ihnen in die Saison zu starten, wäre für uns fatal gewesen.
Da jetzt auch alle Älteren wieder Kontaktsport betreiben dürfen, haben wir knackige drei Wochen, um den Trainingsrückstand von fünf Monaten aufzuholen. Auch wenn wir im Ausdauerbereich natürlich gearbeitet haben, ist die Aufgabe dennoch nicht ohne. Trotzdem freuen wir uns sehr darauf, dass wir wieder spielen dürfen. Dass es bei den Zuschauern Auflagen geben wird, davon gehe ich aus. Allerdings tangiert uns das in Eichstädt nicht so sehr, wie vielleicht den Oranienburger HC. Auch aus Sicht des Kreisfachverbandes brauchen wir nun nicht mehr so sorgenvoll der Saison entgegenblicken.“
Ingo Jusepeitis, Stellvertretender Vorsitzender des Volleyball-Sportvereins Havel Oranienburg: „Das ist eine sehr positive Nachricht. Warum die Grenze zuvor bei 27 Jahren gezogen wurde, hat bei uns sowieso niemand verstanden. Teilweise gingen dadurch richtige Risse durch die Mannschaft. Nur bei unserer Vierten war das nicht der Fall. Dort sind alle jünger und wir scherzten schon, dass sie jetzt automatisch Kreismeister ist. Der Brandenburgische Volleyball-
Verband hat vor einiger Zeit mitgeteilt, dass der Saisonstart eventuell verschoben wird. Wir sind sehr gespannt, wie entschieden wird.“
Frank Seeger, Vorsitzender des SV Lindow-Gransee (2. Volleyball-Bundesliga): „Wir gingen davon aus, dass wir im September wieder spielen können, da wir aus unserer Sicht als Zweitligist von der besonderen Rolle des Profisports profitieren. Wir haben ein Hygienekonzept beim Amt Gransee und dem Gesundheitsamt des Landkreises eingereicht und warten auf eine Antwort.“

Die neuen Regelungen im Bereich Sport


Das Brandenburger Kabinett hat Anpassungen der Corona-Verordnungen verabredet.

Indoor-Kontaktsport ist unter Auflagen ohne Altersbeschränkung wieder möglich: Feststehende Gruppen im Mannschaftssport (zum Beispiel Fußball, Volleyball, Handball, Basketball) von höchstens 30 Personen und im Individualsport (zum Beispiel Ringen, Judo, Taekwondo) von höchstens fünf Personen dürfen in der Sporthalle und anderen geschlossenen Räumen trainieren.

Das Alter der Sportlerinnen und Sportler spielt ab 5. September keine Rolle mehr. Bisher war dies nur Personen im Alter bis zu 27 Jahren gestattet.

Für den Wettkampfbetrieb in Sportarten, in denen die Einhaltung der Abstandsregelungen bei der Sportausübung unmöglich ist, gilt nun, dass bei Wettkämpfen in geschlossenen Räumen höchstens 100 Personen (Wettkampfteilnehmende und Funktionspersonal) zeitgleich anwesend sein dürfen. Die Ausnahme vom allgemeinen Abstandsgebot gilt nur für die reine Sportausübung. red