Verkaufsfähigkeit ist wichtig
Zur Prüfung müssten die Lehrlinge einen  Entwurf für ihr Gesellenstück vorlegen, nach dem das Endprodukt ihrer Ausbildung hergestellt wird. Anschließend werde das Stück nach einer bestimmten Punkteliste von einer Kommission in Potsdam geprüft. Dabei stehe als ein wichtiges Kriterium die Verkaufsfähigkeit im Vordergrund. Nach dieser letzten Prüfung dürfen sich die jungen Männer nun mit dem Titel "Tischlergeselle" schmücken.
Dass die Herstellung eines solchen Gesellenstücks alles andere als leicht ist, sagt Isaac Teweldebrihan aus der Tischlerei Hoppe/Mankiewicz in Schönfließ. Der 19-Jährige habe sowieso einen Nachtschrank gebraucht. Deshalb sei er auf die Idee gekommen, einen solchen für seine Gesellenprüfung zu konzipieren. "Zwei Wochen war ich jeden Tag in der Werkstatt und habe an dem Stück gearbeitet", sagt Teweldebrihan. Er habe sich für Ahornholz entschieden, weil die Maserung interessant sei.
Auch die Tischlergesellen selbst begutachten die Stücke der anderen, beurteilen Oberflächen und Stabilität, klopfen auf Tische und öffnen Türen. Besondere Aufmerksamkeit erweckt bei vielen der Tisch von Finn Kuhne aus Velten. Kuhne baute von seinem Gesellenstück gleich noch ein kleines Modell, an dem der Betrachter die spezielle Funktion des massiven Holzteils erkennen kann: Der Tisch lässt sich zur Wand hin ausziehen, sodass er neben der besonderen Praxistauglichkeit ein modernes Aussehen erhält. Gleichzeitig kann man ihn wieder zu einem traditionellen Tisch machen, indem man das ausziehbare Teil zurückschiebt.
Neben Türen und Tischen wurden in den Tischlerbetrieben auch Regale, Schreibtische und Schränke gebaut, die nun in der Mönchmühle ausgestellt werden. Es ist beeindruckend, welche Kreativität die jungen Handwerker bei ihrer Arbeit an den Tag gelegt haben.
Was Norbert Fischer nachdenklich stimmt, ist die sinkende Zahl der Tischlerlehrlinge. "Vor einiger Zeit konnten wir noch alle Werke aus Oberhavel hier vorstellen. Dieses Jahr mussten wir Oberhavel, Ostprignitz und Wandlitz zusammenziehen, um genügend Stücke zum Ausstellen zu finden.", so Fischer. Immer mehr Jugendliche würden sich für ein Studium entscheiden. So suchen Betriebe immer wieder Auszubildende, die sich für das Tischlerhandwerk interessieren.

14 Gesellen freigesprochen

Hannes Monschau, Wittstock GmbH, MühlenbeckPatrick König, Fenster- und Türenbau Giese, LiebenwaldeSteven Keil, Tischlerei Giese, WandlitzPaul-Daniel Bilski, Tischlerei Maik Westfahl, KarstädtMarkus Ruttmann,Lars Balk, Innenausbau Dr. Kaatzsch, NeuruppinNils Wittich, Tischlerei Tinus GmbH, OranienburgDaniel Menrad, Tischlerei Böllnitz, OranienburgIsaac Teweldebrihan,Amanuel Gebremeskel, Tischlerei Hoppe/Mankiewicz GbR, SchönfließSteven Schröder, Max Leppinius GmbH, BirkenwerderMartin Stendel, Peter Lenz Tischlermeister, NeuruppinMarkus Brunk, Bau- und Möbeltischlerei Peter Brunk, Wusterhausen/DosseFinn Kuhne, D.I.T. - Dienstleistungen im Tischlerhandwerk, Velten fk