Die rund 260 Dachdecker im Landkreis Oberhavel sollen an der guten Wirtschaftslage der Branche beteiligt werden. Das fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Die Verhandlungen werden am 7. Oktober in Frankfurt am Main fortgesetzt.
„Die Auftragsbücher im Dachdeckerhandwerk sind voll, die Wartezeiten für Kunden lang“, beschreibt der Bezirksvorsitzende der Mark Brandenburg, Rudi Wiggert, in einer Presse-Information vom Dienstag die Situation. Für die Beschäftigten müsse sich daher die körperlich anstrengende Arbeit auch im Geldbeutel bemerkbar machen.

Arbeitgeber legten noch kein Angebot vor

Die Gewerkschaft verlangt in der laufenden Tarifrunde ein Lohn-Plus von 4,8 Prozent, 100 Euro monatlich mehr für Auszubildende sowie die Sicherung der Zusatzrente in der jetzigen Höhe. Bislang hätten die Arbeitgeber jedoch kein Angebot vorgelegt, kritisiert Carsten Burckhardt.
Dieser ist Mitglied im IG BAU-Bundesvorstand und führt die Verhandlungen. „Geht es nach den Unternehmen, sollen sich die Beschäftigten mit einer Nullrunde begnügen. Das ist eine Unverschämtheit – ebenso wie die Forderung nach Einschnitten bei der tariflichen Zusatzrente.“ Nur die allerwenigsten Dachdecker würden bis zum gesetzlichen Rentenalter durchhalten. „Und dann liegen die Bezüge oft deutlich unter 1000 Euro. Deshalb ist eine Extra-Rente so wichtig.“ Den Beschäftigten dürfe nicht in die Tasche gegriffen werden – „weder bei den künftigen Rentnern, noch bei denen, die heute schon im Ruhestand sind“.