Die "vorläufigen Mittelsperrungen für investive und konsumtive Auszahlungen", so der Wortlaut im Beschluss, soll am kommenden Donnerstag, 11. Juni, im Stadtparlament verabschiedet werden. Großprojekte blieben laut Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) unangetastet. Kämmerer André Bröker soll zudem im Einzelfall berechtigt werden, Mittelsperrungen aufzuheben, solange sie 5 000 Euro nicht überschreiten.
Um ein Jahr verschoben wird der Spielplatzbau in Amalienfelde sowie der Neubau des Hauptweges am Friedhof in Kremmen. Auch die Umsetzung des Brandschutzkonzeptes für das Tourismusbüro (Treppe, Behinderten-WC, Tresen) für 195 000 Euro wird vorläufig zurückgestellt. In der Kita Kremmen muss erst einmal auf einen Krippenspielplatz (110 000 Euro) verzichtet werden. Bisher sei dafür laut Liste auch kein Fördermittelbescheid eingegangen. Drucker, Geschirrspüler, Schränke und Festzelt wird es in der Kita vorläufig nicht geben. Die Sommerfelder Kita muss auf Sitzgarnituren, Schränke und Teppich, die Kita Staffelde unter anderem auf eine Garderobe und eine Outdoor-Malwand verzichten. Sonnensegel und Zwergenhaus für die Flatower Einrichtung sind erst einmal gestrichen, die Kita in Hohenbruch wird noch etwas länger auf die Krippenspielkombination für 20 000 Euro (Fördermittel sind da) warten müssen.
Weitere Sperrungen sind eher Einsparungen, da sie Feste betreffen, die coronabedingt nicht stattfinden. So fallen die 15 000 Euro fürs Erntefest weg. Auch die Gelder für folgende Veranstaltungen sind gesperrt: "Kremmen läuft" (3 500 Euro), Drachenbootrennen in Beetz (4 000 Euro) und Kremmens Neptunfest (2 000 Euro). Ebenfalls hinten angestellt werden laut Verwaltungsvorlage freiwillige Ausgaben wie die 500 Euro für die Krabbelgruppe und das Begrüßungsgeld für Neugeborene (4 000 Euro). Die Vereinsförderung wird halbiert, die Finanzspritze für den Märkischen Sozialverein (3 500 Euro) ist bis zur Neueinschätzung der Finanzlage eingefroren. Mit dem Geld wird unter anderem das Frauenhaus für Opfer häuslicher Gewalt finanziert.
Ferner ist das Budget der Ortsvorsteher, je 1 000 Euro, eingefroren. Die 5 000 Euro, die der Kultur- und Sozialausschuss verteilen darf, sind vorläufig gesperrt. Auch die Sicherungsarbeiten am Gerätehaus in Groß-­Ziethen (5 000 Euro) sind betroffen.
Die Liste liegt den Stadtverordneten vor, sie ist zudem im Ratsinformationssystem einsehbar. Die Diskussion kommenden Donnerstag dürfte spannend werden. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr in der Stadtparkhalle. Sie ist öffentlich, Abstand ist zu wahren.