Anja Moos kennt das Gelände wie ihre Westentasche. Seit fünf Jahren führt Moos, die im Förderverein des Tierparks aktiv ist, in ihrer Freizeit Besuchergruppen über das Areal. Hier Quincy, der Rote Panda, da die Wisentherde und die 500 Jahre alte Eiche: Zu fast allem hat sie eine Anekdote parat - auch zu den Elefanten. Denn bei der Verlosung unserer Zeitung und vom Radiosender Antenne Brandenburg haben Leser und Radiohörer eine Führung zum Elefantenhaus des Tierparks ergattert.
"Achten Sie auf die Ohren", sagt Moos. "Unsere Afrikanischen Elefanten haben größere als ihre Verwandten aus Asien." Es ist schwül im Elefantenhaus, in der Luft hängt der Geruch von Heu und Tierfutter. Gleich werden die Tierpfleger Mario Hammerschmidt und Keven Kuthe die großohrigen Dickhäuter Kando und seine Gefährtin Kariba für unsere Besuchergruppe in den Fütterkäfig treiben.
Geduldig beantworten Kuthe, Hammerschmidt und Tierparkführerin Anja Moos die Fragen der Gäste. Wie viel wiegen denn die beiden Elefanten? Hammerschmidt sagt, man wisse es nicht genau, aber es werden wohl um die zwei Tonnen sein. Wie viel müssen die Elefanten täglich essen? Sie trinken eine Badewanne Wasser am Tag und essen zwei Badewannen voll Obst und Gemüse, antwortet sie. Die Besucher werfen sich staunende Blicke zu. "Ich bin eifrige Zoobesucherin, aber die Elefanten aus dieser Nähe zu sehen, ist schon beeindruckend", sagt Petra Habermann aus Stolpe-Süd.
Jetzt ist Fütterzeit. Hammerschmidt und Kuthe stellen zwei Eimer Äpfel bereit und die Gäste fangen erst zögerlich, dann immer selbstbewusster an, Kariba und Kando ihre Snacks entgegen zu reichen. Auch der neunjährige Hennigsdorfer Jorel Lenz, der mit seiner Mutter Ilona hergekommen ist, greift sich einen roten Apfel aus dem Eimer und tritt einen Schritt näher zu Kando. Zwischen den beiden: dicke Gitterstäbe. Kando streckt seinen Rüssel aus und schnappt sich ungeniert das Obst aus Jorels Hand. "Cooles Tier, aber auch ganz schön respekteinflößend", sagt der Schüler. Auch seine Mutter Ilona Lenz ist aufgeregt: "Das ist mal was ganz anderes, auch wenn es für die Tiere sicherlich Stress bedeutet." Und um den zu vermeiden, tippt Tierpfleger Mario Hammerschmidt auch schon auf seine Armbanduhr. Zeit zu gehen, die Führung ist vorbei. Für Kando und Kariba geht es zurück ins Außengehege, für unsere Leser zurück in die andere Freiheit, hinaus aus dem Tierpark.