Bereits auf der zweiten Sitzung des Runden Tisches, an dem neben der PDS, die Nachfolgepartei der SED (heute Die Linke), auch Vertreter vom Neuen Forum, der SDP, der CDU, der beiden Kirchengemeinden und weitere Parteien und Gruppen saßen, wurde Pfarrer Bormeister als "neutraler Moderator" einstimmig gewählt. Der Stadthistoriker Dr. Dietrich Raetzer, der  (zusammen mit Petra Schmidt) vor zehn Jahren die Geschichte des Runden Tisches in Hohen Neuendorf und Bergfelde recherchiert und veröffentlicht hatte, hob besonders die "souveräne sachliche und ausgleichende Tätigkeit" des Pfarrers hervor.
Bormeister lacht, als er die Passage aus Raetzers Texten zur Ortsgeschichte hört. "Wir haben viel gequatscht und immer Lösungen gesucht. Das war nicht einfach, aber wichtig", so der heute 86-Jährige, der sich damals kaum Notizen gemacht hat. "Gewohntes Misstrauen", nennt er heute mit Blick auf die rege Stasi-Tätigkeit in der DDR  seine Vorliebe, wichtige Dinge nur im Gedächtnis zu haben. Wenigstens seine Kalender, in denen er die wichtigsten Termine notiert hatte, existieren heute noch. "Es waren wirkliche sehr bewegende Zeiten", erinnert sich Bormeister 30 Jahren nach den Gesprächen im Kinosaal. Umweltfragen, zum Beispiel die Galvanik und die Abwasserverklappung im Bergfelder Wald, aber auch Schul- und Bildungsthemen sowie das ominöse Treiben der Stasi im Lärchenweg standen im Mittelpunkt der Abende. "Es gab den Wunsch nach Veränderungen, aber auch die Angst davor", beschreibt Bormeister die damaligen Gefühlswelt vieler Hohen Neuendorfer. Profane Probleme wie das Fehlen von Dachpappe wurden ebenso erörtert wie die drohende Rückübertragung der Grundstücke.
In der Wende-Reihe "Ortsgeschichte im Gespräch" werden diesen Sonnabend die Runden Tische in Bergfelde und Hohen Neuendorf in der Kulturremise des Kulturkreises näher beleuchtet. Beteiligte von damals erinnern sich ab 14 Uhr. Vor Ort ist auch Fred Bormeister. Petra Schmidt und Dr. Dietrich Raetzer haben die Ereignisse schon vor zehn Jahren ausführlich dokumentiert. Sie stellen ihre aufwendigen Recherchen zu Beginn der Veranstaltung vor.