Wie berichtet, sollen alle Gebäude auf dem Gelände an der Rungestraße für den Bau von 50 neuen Mietwohnungen abgerissen werden. „Das ist ja im Prinzip eine sehr schöne Idee, aber das historische Gebäude an der Rungestraße ist eben nicht nur einer der wenigen schönen innerstädtischen Industriebauten, sondern auch ein Bau mit Geschichte“, sagt Henning Schluß. Idealerweise solle die Jüdische Gemeinde in dem Gebäude, in dem sich zuletzt ein Restaurant befand, unterkommen.
Die Familie Bach habe dort bis ins Jahr 1935 ihre Fleischerei betrieben, bis sie auf Druck der Nazis aufgeben und am Ende das Land verlassen mussten, gerade noch rechtzeitig, um mit dem Leben davonzukommen, so Schluß. In dem offenen Brief würden die Investoren gebeten, die Entwicklung des Geländes mit dem Erhalt des Gebäudes zu verbinden, so Henning Schluß.
Zu den Erstunterzeichnern gehöre die Landtagsabgeordneten Gerrit Große (Linke) und  Björn Lüttmann (SPD), der frühere Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke, der Arzt Heiko Semper, Elena Miropolskaja von der Jüdischen Gemeinde, der Historiker Hans Biereigel, Lebenshilfe-Geschäftsführerin Uta Gerber, Architekt Malte Reimer, der Grünen-Fraktionsvorsitzende Heiner Klemp sowie Verena und Hennig Schluß. (kd)