Gut ein Jahr nach dem verheerenden Brand im Bootslager des Motorwassersportclubs Birkenwerder trafen sich die Mitglieder am vergangenen Wochenende zu einem internen Herbstfest auf dem Vereinsgelände am Havel-Altarm. Das nutze der Vorstand für eine besondere Ehrung.

Seit 40 Jahren im MC Birkenwerder

Ingrid und Erwin Moyé sind zu Ehrenmitgliedern auf Lebenszeit ernannt worden. Das ist die höchste Auszeichnung, die der Verein an verdiente Mitglieder vergeben kann. Die Ehepartner sind seit 40 Jahren sehr aktive Mitglieder bei den Wassersportlern. „Beide waren lange Jahre im Vorstand tätig und haben viel zum Aufbau des Vereinsgeländes beigetragen“, teilte der zweite Vorsitzende Olaf Hirsch in einer Pressemitteilung mit. Ingrid und Erwin Moyé, die sichtlich bewegt waren, erhielten die Urkunden vom Vorsitzenden Tino Hoffmeister.

Spreewaldkahn restauriert

Ein weiterer Höhepunkt des Herbstfestes war die Übergabe des restaurierten selbstgebauten Spreewaldkahns. Das Boot musste vor einem Jahr außer Dienst gestellt werden, weil es undicht geworden war. „Fahrten waren nur noch mit nassen Füßen möglich“, erinnerte sich Hirsch. Den Kahn hatten Mitglieder des Vereins vor Jahren in Eigenregie vom Entwurf über das Kiellegen bis hin zum letzten Anstrich gebaut. Das notwendige Fachwissen für den Bau und die Restaurierung wurde durch umfangreiche Recherchen und Gespräche mit Fachleuten aus der Kahn-Branche erworben. „Der Spreewaldkahn soll künftig wieder bei Höhepunkten im Vereinsleben und für kleine Ausfahrten mit Hortkindern und beim Hafenfest genutzt werden. Wegen der Einschränkungen in der Corona-Pandemie verzichtete der Verein in diesem Jahr auf öffentliche Veranstaltungen. Der im September neu gewählte Vorstand hofft, im nächsten Jahr wieder das beliebte Hafenfest und die Ausfahrt mit Rentnerinnen und Rentnern aus Birkenwerder wieder anbieten zu können.

Verheerender Brand vor einem Jahr

Am 15. November 2019 war das Winterlager des Vereins aus ungeklärter Ursache in Brand geraten. Die Feuerwehren waren mit einem Großaufgebot im Einsatz, konnten aber einen hohen Sachschaden nicht verhindern. 23 Boote wurde komplett zerstört, sieben weitere teils schwer beschädigt. Der Verein erfuhr aus der Bevölkerung und der Politik eine große Solidarität. Es gab viele Sach- und Geldspenden sowie zahlreiche Hilfsangebote.

Aufwendige Sanierung

Das Gelände, das in einer Trinkwasserschutzzone liegt, wurde stark kontaminiert und musste saniert werden. Durch den Brand und durch die Löscharbeiten ist das Erdreich erheblich verunreinigt worden. Es mussten 30 Tonnen Boots- und Brandreste, mehr als 80 Tonnen beschädigte Fundamente sowie fast 200 Tonnen Erdreich aufwendig entsorgt werden. Insgesamt hat allein die Sanierung des Brandortes 130.000 Euro gekostet. Die Kosten hat zunächst die Gemeinde übernommen.
Die Aufbauarbeiten am Bootslager sind immer noch nicht abgeschlossen. Nach Einschätzung des Vorstandes sollen die Arbeiten bald enden. Eine neue Halle wird es diesen Winter aber noch nicht geben.

Ursache immer noch unklar

Fast ein Jahr nach dem verheerenden Brand im Bootslager steht die Ursache immer noch nicht fest. Derzeit wartet die Neuruppiner Staatsanwaltschaft auf das Gutachten eines externen Brandsachverständigen. Die Kripo hat ihre Ermittlungen abgeschlossen und die Akten an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Zu Details wollte sich Mitte September mit Verweis auf das laufende Verfahren keine der Behörden äußern.