Der  beauftragte Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) teilte auf Nachfrage mit, dass das Ausschreibungsverfahren der im Landesbesitz befindlichen Immobilie abgeschlossen sei und nun Verkaufsverhandlungen starteten.  Um diese nicht zu gefährden, könnten Verhandlungspartner nicht genannt werden.

Stadt plant neue Kita

Neben der Jüdischen Gemeinde hat auch die Stadt Oranienburg Interesse an der alten Wache. Sie will dort eine Kita einrichten. Stadtsprecher Ralph Kotsch sagte, von einem Verkauf der Immobilie an die Gemeinde sei nichts bekannt. Bereits am Dienstag hatte Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) nach einem Gespräch der drei CDU-Landtagsabgeordneten mit Gemeindevertretern sein Angebot an die Gemeinde erneuert. Die Stadt hat vom Landkreis das ehemalige Gemeindehaus in der Sachsenhausener Straße gekauft, will das baufällige, vom Schwamm befallene, aber denkmalgeschützte Haus sanieren und danach wieder der Gemeinde anbieten. Die Sanierung erfolge unabhängig vom Interesse der Gemeinde, sagte Ralph Kotsch.
Die Gemeinde lehnt das Angebot bislang ab, weil sie schnellstmöglich ihr provisorisches Domizil in einem dunklen Ladenlokal verlassen will. Auch Kulturministerin Manja Schüle (SPD) hatte bei ihrem Besuch in Oranienburg eine schnelle Lösung gefordert. Die Gemeinde will die Polizeiwache ohne Umbau sofort nutzen.
Die Stadt müsste den Altbau für eine Kita-Nutzung zunächst umfangreich umbauen. Sie könnte das Haus für eine soziale Nutzung aber zu einem symbolischen Preis vom Land erwerben. Dazu gibt es einen bis Jahresende geltenden Landtagsbeschluss. "Die Stadt muss für eine Alternative für die Gemeinde sorgen. Der Prozess dauert schon viel zu lange", sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann.