Brandenburgs Finanzministerin Katrin Lange und Kulturministerin Manja Schüle (beide SPD) begrüßen den Verkauf der ehemaligen Polizeiwache in der Lehnitzstraße an die Jüdische Gemeinde Oberhavel. Wie berichtet, hat die Gemeinde in der vergangenen Woche einen Kaufvertrag mit dem Brandenburgischen Landesbetrieb für Liegenschaften unterschrieben, dem aber noch der Finanzausschuss des Landtags zustimmen muss.
Durch den Verkauf könne sich schon bald wieder jüdisches Gemeindeleben in Oranienburg entfalten, sagte Katrin Lange. Die landeseigene Immobilie werde zum ermäßigten Kaufpreis abgegeben. „Es besteht ein besonderes Interesse des Landes daran, dass in Oberhavel wieder ein jüdisches Synagogen- und Gemeindezentrum entsteht“, begründete die Ministerin. Jüdisches Leben solle in Brandenburg wieder seinen Platz haben.

Ministerium sorgt für Sicherungsmaßnahmen

Beide Ministerinnen betonten, dass von der Vertragsunterzeichnung in zeitlicher Nähe zum Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November ein starkes Signal für die jüdischen Gemeinden im Land ausgehe. „Jüdisches Leben gehört in unsere Mitte und hat deshalb auch einen Platz in unserer Mitte“, sagte Manja Schüle. Antisemitismus werde am besten bekämpft, wenn man die jüdischen Gemeinden stark macht.
Die Kulturministerin kündigte an, gemeinsam mit der Gemeinde zu prüfen, welche Sicherungsmaßnahmen an dem Gebäude notwendig sind. Das Kulturministerium werde die dafür erforderlichen Mittel bereitstellen.

Auch Oranienburgs Grüne begrüßen den Verkauf

Auch Oranienburgs Grüne begrüßten den Verkauf der Immobilie an die Gemeinde. „Wir freuen uns vor allem, dass Oranienburg mit diesem Standort in zentraler Lage das Signal aussendet, dass die Jüdische Gemeinde im Herzen unserer Stadt und damit in unserer gesellschaftlichen Realität ihren gebührenden und würdigen Platz wieder gefunden hat“, sagte Elisabeth Mandl-Behnke, Co-Vorsitzende des Grünen-Ortsverbandes.
Die Stadt Oranienburg hatte ihr Kaufangebot zugunsten der Gemeinde zurückgezogen. Eigentlich sollte in dem Haus eine kleine Kita entstehen. Doch der Druck aus Potsdam, eine schnelle Lösung für die seit dreieinhalb Jahren nur provisorisch untergebrachte Gemeinde zu finden, sorgte für den Rückzug der Stadt.
Die Polizei gab die Wache in der Lehnitzstraße nach Eröffnung der neuen Polizeiinspektion in Eden 2017 auf.