Für das Bauvorhaben in Eigenregie der Stadt stimmten zehn Abgeordnete, dagegen sieben. Die Vergabe der Bauleistungen in Höhe von 2,8 Millionen Euro ging an die Neuruppiner Firma Dr. Kaatzsch Immobilien GmbH. Die zweigeschossigen Massivhäuser aus Gasbetonsteinen sollen bereits zum 1. Juli bezugsfertig sein. Geschäftsführer Dr. Ulrich Kaatzsch begrüßte die Entscheidung der Stadt Kremmen "als eines der wenigen Projekte in Deutschland, mit dem beim Thema Flüchtlinge nicht auf schnelle Container-Lösungen, sondern auf Nachhaltigkeit gesetzt wird". Die Stadt wird die Wohnanlage nach Fertigstellung an den Landkreis Oberhavel vermieten. Nach Auszug der Flüchtlinge nach drei, spätestens nach fünf Jahren sollen die Wohnungen saniert und den Kremmenern als preisgünstiger Wohnraum zur Verfügung stehen.
Das Thema Unterkunft beschäftigt nicht nur die Stadt, sondern auch die Willkommensinitiative Kremmen. Freiwillige suchen derzeit für eine neunköpfige syrische Familie eine Wohnung. Dabei stoßen sie auf vielerlei Probleme. Das größte: Es existiert kaum passender Wohnraum. Zudem lehnten Hausbesitzer und Verwalter nach Erfahrungen der Initiative Ausländer vielfach ab. "Die Ergebnisse sind erschreckend", sagt Flüchtlingshelfer Hans-Joachim Speckmann. Wohnungsangebote für die Großfamilie seitens des Landkreises hält Speckmann für zu abgelegen. Kita, Krippe und Deutschkurs könnten kaum erreicht werden. "Das steht einer Integration entgegen", so Speckmann. Eine von der Initiative gefundene Wohnung in Velten lehnte der Kreis als zu teuer ab.Die Vermieterin in Velten verlangt 800 Euro Grundmiete, der Landkreis zahlt laut Handlungsrichtlinie 568,40 Euro. Ermessensspielräume gebe es nicht, so der Kreis. (Kommentar Seite 2und Seite 5)