Die Flüchtlingsunterkunft ist im Ort heftig umstritten. Der Streit wird vor allem in den sozialen Netzwerken des Internets ausgetragen, zum Teil auch mit deftigen Worten und der Androhung von Gewalt. "Es ist schlimm, auf welch unterirdischem Niveau zum Teil argumentiert wird", sagte der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Giso Siebert (Linke), bei einer Versammlung von Heimbefürwortern am Kreisverkehr. Dort hatten sich rund 25 Leegebrucher Bürger sowie Vertreter von Kirchen, Willkommens-Initiativen und mehrerer Parteien am frühen Abend in Reaktion auf angekündigte Proteste von Heimgegnern getroffen. Allerdings kamen nur drei Heimgegner, die aber recht schnell wieder von dannen zogen. Siebert sagte, Deutschland stehe in der Pflicht, Flüchtlingen Schutz zu bieten. "Darüber müssen wir mit den Menschen reden, auch wenn es mitunter schwierig ist, sie zu überzeugen. Viele sind für unsere Argumente leider nicht empfänglich." Axel Heidkamp von der Piratenpartei sprach von einem schwierigen Spagat, der bei der Überzeugungsarbeit zu leisten sei.
Zornig über die teilweise heftige Ablehnung der Flüchtlinge im Ort zeigte sich der Leegebrucher Reinhard Porazik: "Es kann doch nicht wahr sein, dass wir Menschen aus anderen Ländern einfach als Gegner und Feinde einstufen anstatt sie als Gäste willkommen zu heißen."