Es summt laut und unzählige Bienen wuseln im Bienenstock – Josi, Cecilia und Carlotta sollen unter hunderten Insekten die Königin und wenigsten eine männliche Biene (Drohne) finden. Gar nicht so einfach. Vor allem, weil die Bienen offenbar ihre Drohnen als unnütze Fresser hinausgeworfen haben. Entmutigen lassen sich die Jungimkerinnen aus Hohen Neuendorf nicht und suchen in Schutzkleidung und bewaffnet mit einem sogenannten Smoker, mit dessen Rauch sie die Bienen besänftigen, weiter.
Die Drei haben ihr Handwerk in der Imker AG der Grundschule Niederheide gelernt. Am Sonnabend präsentieren sie ihr Wissen an elf Stationen. Aufgaben sind unter anderem die Volksdurchsicht, die Josi, Cecilia und Carlotta so gewissenhaft betreiben. Aber auch das Zuordnen verschiedener Honigsorten, das Bestimmen unterschiedlicher Trachtpflanzen oder das Bauen von Rähmchen für die Waben werden getestet sowie die Kenntnis zu den vielfältigen Imkereiwerkzeugen abgefragt: Chinesischer Umlarvlöffel, Nassenheider Verdunster und Pollenstampfer.
Die Besten der Jungimker können sich für den Wettbewerb Nationales Jungimkertreffen im kommenden Jahr qualifizieren. Zum ersten Mal wurde das Brandenburger Jungimkertreffen in Hohen Neuendorf ausgerichtet. Und das mit Teilnehmerrekord, wie Organisator Viktor Makowski berichtet. Er ist Mitglied beim Hohen Neuendorfer Imkerverein und betreut zudem den Bienenstand der Grundschule Niederheide.
Die große Zahl der Teilnehmer sei unter anderem dadurch zu erklären, dass allein sechs Teams aus Hohen Neuendorf kommen, immerhin bieten die hiesigen Bienen-AGs an der Grundschule Niederheide und der Waldgrundschule beste Voraussetzungen, um Kinder für die Welt der Bienen zu begeistern.
In den vergangenen Jahren haben die Hohen Neuendorfer immer erste und zweite Plätze beim Brandenburger Wettbewerb belegt, deshalb habe man sich dieses Jahr entschieden, ihn selbst auszutragen. „Das Jungimkertreffen ist eine tolle Möglichkeit für die Kinder und Jugendlichen, aber genauso auch für die Betreuer, sich auszutauschen“, findet Makowski.
Insgesamt sind am Sonnabend 36 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 15 Jahren aus ganz Brandenburg in die Bienenstadt gereist. Die zehnjährigen Hohen Neuendorfer Jacob und Philipp sind schon längst begeisterte Jungimker. „Es macht Spaß, dass, wenn man sich Mühe gegeben und die Bienen gut versorgt hat, am Ende auch leckerer Honig geerntet werden kann. Außerdem sind Bienen wichtig für die Welt“, sagt Jacob, der seit diesem Jahr in der Schul-AG mitmacht. Für Philipp steht längst fest, dass er ein eigenes Bienenvolk haben möchte. Nicht erst später, wenn er größer ist, sondern am liebsten sofort. Die Bienenstadt Hohen Neuendorf braucht sich offenbar nicht um bieneninteressierten Imkernachwuchs zu sorgen.