Gegen eine Zahlung in Höhe von 900 Euro ist am Montag ein Verfahren vor dem Oranienburger Amtsgericht gegen einen Berliner Paketzusteller eingestellt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte dem 26-jährigen Angeklagten gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt.

Paket vor die Füße geworfen

Der gebürtige Pole hatte im April 2019 in Hohen Neuendorf einer im dritten Monat schwangeren Frau das Paket vor die Füße geworfen. Zuvor hatte sie den Paketboten gebeten, die 33 Kilogramm schwere Lieferung ins Haus zu stellen. Der Mann ist diesem Wunsch aber nicht nachgekommen. Als er mit dem Paket das Grundstück wieder verlassen wollte, forderte die Frau ihn daraufhin mehrfach auf, seinen Namen zu nennen, um sich über ihn beschweren zu können. Daraufhin kehrte der Angeklagte zum Hauseingang zurück und schmetterte das Paket in den Hausflur. Er traf die schwangere Frau, die dadurch eine Abschürfung und eine Prellung am Schienbein erlitt.
Der Paketbote hatte deshalb einen Strafbefehl in Höhe von 1500 Euro erhalten. Weil er auf die Post vom Staatsanwalt aber nicht reagierte, kam es zum Prozess. Der dauerte am Montag keine halbe Stunde. Verteidigung und Staatsanwalt einigten sich auf die Einstellung des Verfahren und reduzierten die Geldbuße um 600 Euro. Wenn der Mann das Geld in Raten bis Mitte April zahlt, ist das Verfahren endgültig eingestellt.

Bote entschuldigt sich

Der 26-Jährige hatte bereits im Vorfeld des Prozesses den Vorwurf eingeräumt und sich bei der Frau entschuldigt.
Das Geld kommt dem Verein „Rote Nasen“ zugute. Das ist eine künstlerische Organisation von Clowns, die Menschen Lebensfreude und ein Lachen schenkt, wenn sie es am meisten brauchen. Die Clowns besuchen kranke Kinder, traumatisierte Flüchtlinge oder einsame Senioren.