„Wir wollen mehr Tempo in  die Suche und Entschärfung von gefährlichen Kriegshinterlassenschaften bringen“, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Donnerstag in Oranienburg. Brandenburg zähle zu den am stärksten belasteten Bundesländern und Oranienburg nehme mit der großen Anzahl von Bomben mit chemischen Langzeitzündern, die bundesweit ihresgleichen suche, eine tragische Sonderstellung ein.
„Der KMBD wird als Sonderordnungsbehörde mehr Kompetenzen erhalten und damit die örtlichen Ordnungsämter entlasten“, sagte Schröter. Die Kampfmittelverordnung werde zuvor entsprechend geändert. Mit sieben zusätzlichen Stellen in diesem und sechs weiteren im nächsten Jahr wird der KMBD personell aufgestockt. Diese Mitarbeiter sollen zunächst ausschließlich in der Modellregion Oranienburg zum Einsatz kommen.
Das Pilotprojekt sei zunächst auf drei Jahre befristet und werde dann ausgewertet, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion und Oranienburger Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann. Der Landtag müsse dann entscheiden, ob das Modell aufs gesamte Land ausgeweitet werde.
Zusätzlich erhält der KMBD dieses Jahr 1,3 Millionen Euro für eine bessere technische Ausstattung. Um eine Million  Euro wird außerdem der Gesamtetat für die landesweite Kampfmittelsuche auf neun Millionen Euro aufgestockt.
Der Innenminister geht davon aus, dass das Land Brandenburg bis 2021 auch wieder mehr als 20 Prozent der vom Bund geleisteten finanziellen Unterstützung für die Beseitigung alliierter Kampfmittel erhält. Mit vier Millionen Euro konnte Brandenburg bisher von der Bundeshilfe profitieren.