Im Landkreis Oberhavel standen 2015 nur drei Prozent der Wohnungen leer. Damit gehört der Kreis zu den Kommunen mit dem landesweit geringsten Leerstand. Das teilt der Verband Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen (BBU) jetzt mit.
Oberhavels Wohnungsleerstand liegt somit weit unter dem Landesdurchschnitt von acht Prozent.
Die Spanne im Land ist groß. Während in Potsdam mit 2,2 Prozent kaum eine Wohnung ungenutzt bleibt, kämpft die Prignitz mit einem gewaltigen Leerstand von 18,2 Prozent. Nahezu jede fünfte Wohnung ist dort betroffen. Hinzukommt, dass in der Prignitz und sechs weiteren Kreisen der Leerstand im Vergleich zum Vorjahr zugenommen hat, wie zum Beispiel in Ostprignitz-Ruppin. Hier stieg der Leerstand von 7,1 auf 7,4 Prozent an. Oberhavels Leerstand schrumpfte hingegen um 0,3 Prozentpunkte.
Nach Angaben der BBU stehen landesweit 27 000 Wohnungen leer, "davon nur 7 000 wegen geplanter Abrisse in strukturschwachen Regionen", so BBU-Vorstand Maren Kern. Um das brachliegende Potenzial der 20 000 Wohnungen zu erschließen, sieht Maren Kern die öffentliche Hand in der Pflicht, beispielsweise beim Ausbau des Nah- und Regionalverkehrs. So wünschen sich rund 80 Prozent der BBU-Mitgliedsunternehmen im weiteren Metropolenraum (also im an den Speckgürtel anschließenden Gebiet) eine verbesserte Taktung der Züge. Wichtig seien zudem mehr Angebote am Wochenende und am Abend. "Die Züge sollten mindestens zweimal, besser dreimal in der Stunde in den größeren Städten halten", fordert Maren Kern. "Wenn der Zug kommt, kann auch der Zuzug kommen."
Potenzial sieht Maren Kern bei Berlinern und Potsdamern. Lockmittel sei die günstigere Miete. In Oberhavel lag 2015 die monatliche Nettokaltmiete bei 4,90 Euro pro Quadratmeter. In Berlin lag sie bei 5,50 und in Potsdam bei 5,53 Euro. Durchschnittlich lag die Miete im Land bei 4,84 Euro. Am günstigsten ist der Quadratmeterpreis mit 4,30 Euro in der Prignitz.