Von den gut 300 dort derzeit vorhandenen Betreuungsplätzen würde dann gut die Hälfte wegfallen. Ein weiterer Kita-Neubau, möglichst in der Mittelstadt, sollte den Kapazitätsausfall kompensieren. Die Verwaltung sah einen Ersatzneubau für Oranienburgs größte Kita Friedrich Fröbel immer skeptisch.
Diese Idee war im BürgermeisterWahlkampf 2017 von der CDU-Kandidatin Kerstin Kausche vorgetragen worden. CDU, Linke, Grüne und Freie Wähler konnten sich damit anfreunden und beantragten eine Machbarkeitsstudie, um zu ermitteln, ob ein Ersatzbau auf dem Grundstück überhaupt möglich sei. Das Ergebnis war positiv.
Die Verwaltung riet dennoch davon ab. Einmal aus Kostengründen, zum anderen aber auch deshalb, weil zu schnell dringend benötigte Kita-Plätze verloren gehen würden. Einigkeit bestand nur darin, die Kapazität von 300 Kindern deutlich zu senken. Allein die SPD hielt damals an der Beschlusslage aus dem Jahre 2016 fest. Denn seinerzeit  hatten die Stadtverordneten die Sanierung und Modernisierung der Kita Friedrich Fröbel bereits beschlossen. Rund 140 000 Euro wurden unterdessen schon für Planungsleistungen ausgegeben. Eine entsprechende Baugenehmigung liegt vor. Sie gilt noch bis 2022.
Für die Zeit der Sanierung sollen die Kinder im Übergangsquartier im Schlosspark betreut werden. Die Park-Kita, die alte Comeniusschule, wird noch bis Oktober zur Kita umgebaut. Dann wird dort zunächst die Kita Lehnitz einziehen, die bis August nächsten Jahres saniert werden soll und anschließend Fröbel. Ab August 2021 soll die modernisierte Fröbel-Kita wieder zur Verfügung stehen. Dann aber nur mit 200 statt 250 Plätzen. Diese Reduzierung der Betreuungskapazität hatten jetzt SPD und CDU durchgesetzt.
Wenn dem auch die Stadtverordneten am 2. Juli zustimmen, wird es keinen Neubau für die Fröbel-Kita geben. (bren)