Verschobene Premieren
"Wir müssen Ware einkaufen und bei den Verleihern Filme bestellen", sagt Nazahn. Im Moment wisse er nicht genau, "welche Angebote die Verleiher für uns haben". Denn die meisten für dieses Jahr geplanten Filmstarts wurden verschoben, meist auf das nächste Jahr. Die zunächst für August geplante Premiere des neuen James-Bond-Films soll nun am 12. November stattfinden. Der neunte Teil von Fast&Furios, der eigentlich schon im Mai in die deutschen Kinos kommen sollte, wird erst ab 21. April 2021 zu sehen sein. "Das ist natürlich schade. Aber die Premieren müssen verschoben werden, damit es nicht zu einem Stau von Filmstarts kommt", sagt der Kinoleiter. Besonders bedauere er die Verschiebung des neuen Minion-Films, ein Hit vor allem für die jungen Kinobesucher.
"Wir kommen definitiv wieder", sagt Nazahn. Der Cinemotion-Gruppe, zu der der Filmpalast gehört, gehe es gut. Fraglich sei nur, ob die Kinos eine noch viel längere Schließzeit oder ein zweites Krisenjahr überstehen könnten. Doch an normalen Tagen hat das Kino in Oranienburg  viele Besucher. "Eigentlich könnten wir noch einen fünften Saal gebrauchen, um unseren Besuchern mehr Auswahl zu bieten."
Zunächst aber können jeweils nur einige Sitze in den vier Sälen belegt werden. Um notwendige Abstandsregeln einhalten zu können, werden im großen Saal mit 240 Plätzen weniger als ein Viertel belegt werden. Im kleinsten Saal, in den sonst 80 Kinofans passen, werden vielleicht nur zwölf Personen zugelassen. Das alles sei noch unklar.
Mit Popcorn
Sicher aber können sich Filmfans auf Popcorn und Getränke freuen. "Wir dürfen Snacks verkaufen und erhöhen mit Plexiglas die Sicherheit für Besucher und Beschäftigte. Mehr als 20 Mitarbeiter sorgen für den reibungslosen Filmbetrieb." Alle, auch der Chef, waren seit März in Kurzarbeit. Lediglich einige Minijobber verloren ihre Tätigkeit.
Was in der Zukunft über die Leinwand flimmert, darüber will der Kinochef ungern spekulieren. "Die Verleiher haben noch viel im Angebot. Die Dreharbeiten liegen ja immer weit vor den Premieren. Aber einen Pandemie-Film wie einst "Outbreak" mit Dustin Hofman wollen die Filmfans sicher nicht so bald sehen, vermutet er. Ob nun womöglich eine Welle von Heile-Welt-Filmen und Komödien zu erwarten ist? "Ich weiß es nicht", sagt Mario Nazahn. "Ich sehe aber weiterhin gerne spannende Thriller."
Auch die Orangerie in Oranienburg und das Theater Tiefste Provinz in Kremmen  können noch keine Kulturveranstaltungen anbieten. Warum, lesen Sier hier!