„Wenn ich heute gerufen werde, um ein alters- oder behindertengerechtes Bad einzubauen, kommt es immer wieder vor, dass ich meine eigene, 25 Jahre alte Arbeit vorher rausreißen muss. Wurde das Bad ein Vierteljahrhundert lang gut gepflegt, dann tut das richtig weh“, erzählt Jörg Dulitz aus seinem Alltag. Der persönliche Kontakt zu Privatkunden gehört genauso zur Arbeit wie eine gute Verbindung zu Elektrikern und Fliesenlegern.

Klempner aus dem Westen und Whirlpools vom Großhandel

Neben dem großen Kundenstamm gibt es auch öffentliche Aufträge, wie den, die Turnhalle in Marwitz zu betreuen. Durststrecken gibt es ebenfalls immer wieder. So war es zu Beginn der 90er-Jahre angesagt und im Trend, sich einen Klempner „aus dem Westen“ zu holen. Vor einigen Jahren glaubten dann viele Kunden, es sei eine gute Idee, sich Armaturen oder Whirlpools im Großhandel zu besorgen. „Aber Qualität spricht sich doch rum, und so ist der Versandhandel eigentlich keine Konkurrenz mehr“, sagt Udo Dulitz, Sohn und Kompagnon.
Schon früh wollte er beruflich seinem Vater nacheifern und fuhr als Kind mit auf die Baustellen. Gelernt hat er den Beruf dann aber in Schwante, und in Berlin hat er seinen Meister gemacht. So kann er neue Ideen und Schwerpunkte in die Firma einbringen, praktische Vorschläge wie die Neustrukturierung von Lager und Fuhrpark, oder theoretische wie die Einbindung erneuerbarer Energien. „Meine Vision ist aber die Nutzung von Brennstoffzellen für eine warme Stube, Elektrizität und Mobilität, auch wenn das heute noch nach Zukunftsmusik klingt.“

Neue Badezimmer werden am Computer geplant

Aber auch so müssen Vater und Sohn ständig dazulernen, denn die Arbeit wird immer komplexer und digitaler. Ein Bad wird am Computer geplant und der Kunde möchte sofort ein Bild davon sehen. Lohnt es sich, bei der Erneuerung der Heizung Solarzellen auf das Dach zu bauen? Jeder Auftrag bringt neue Herausforderungen.
Während der Corona-Zeit hat die Arbeit stark zugenommen. „Die normalen Aufträge liefen weiter und dazu kamen viele Kunden, die jetzt endlich ihren seit einem halben Jahr tropfenden Wasserhahn reparieren lassen wollten“, sagt Udo Dulitz. Dadurch lernen auch die beiden Azubis das anspruchsvolle Alltagsgeschäft kennen. Inzwischen sind auch schon vier Meister im Betrieb ausgebildet worden. „Wenn eine Baustelle abgeschlossen werden kann, die Kunden zufrieden und die Kollegen stolz sind auf ihre Arbeit, dann war es ein guter Tag“, bringt der Sohn die Firmenphilosophie auf den Punkt.