Die Beamten waren auf das Haus am Sonntagmorgen aufmerksam geworden. Gegen 3.30 Uhr soll dort ein 31-jähriger Kasache mit einem Messer auf einen 32-jährigen Usbeken eingestochen und ihn im Brustbereich getroffen haben. Anlass: Der Usbeke hatte sich über nächtlichen Lärm in der gemeinschaftlichen Küche der Wohnung beschwert. Er wurde nach Auskunft von Polizeisprecherin Dörte Röhrs schwer, aber nicht lebensbedrohlich verletzt und stationär im Krankenhaus aufgenommen. Zuvor hatten ihn Mitbewohner aus der Wohnung befreit, zur Star-Tankstelle an der Berliner Straße gefahren und dort Hilfe alarmiert. Der Kasache wurde später festgenommen,  das Messer sichergestellt. Der Mann räumte die Tat teilweise ein. Bei ihm wurde neben einem kasachischen auch ein slowenischer Pass gefunden. Gegen ihn wird deshalb nicht nur wegen gefährlicher Körperverletzung, sondern auch wegen Urkundenfälschung ermittelt.
In der Drei-Raum-Wohnung des Tatortes standen laut Polizei zwölf, in der Nachbarwohnung 14 Schlafplätze zur Verfügung. "Sie sind offenbar völlig überbelegt", sagte Polizeisprecherin Dörte Röhrs. Unklar ist, wer dort genau lebt. Denn die Polizei traf vor Ort aus dem Usbeken nur noch einen weiteren Bewohner an. Beide gaben an, als Touristen in Deutschland zu sein und konnten entsprechende Visa sowie ein Rückflugticket vorweisen.
Was es mit der Unterkunft auf sich hat, blieb zunächst unklar. Die angeblich von der Polizei unterrichtete Oranienburger Stadtverwaltung erklärte am Montagabend, von dem Vorfall nichts zu wissen. Die Kreisverwaltung erklärte, in dem Fall lediglich um die Klärung eines ausländerrechtlichen Sachverhaltes gebeten worden zu sein.