Intensiv, ehrlich und frei von störender Eitelkeit ist die Musik der beiden Wahl-Genfer. „Raw Love“ ist die zweite gemeinsame Platte. Gesungen wird auf Englisch, Deutsch und Französisch. Der Ex-Berliner  und der Schotte machen Musik, die unter die Haut geht, die romantisch und verletzlich klingt, eine Mischung aus Folk, Chanson, Blues und so eigen, dass man sie nicht zuordnen will.  Wenn Leitenberger von der Wüste singt, dann spürt man sie. „Ich hab noch nie so eine laute Stille gehört, wie in der Wüste“, sagt er.  Mit trockenem Humor geben sich die zwei einen originellen Schlagabtausch.  Unterstützt wird die Band an diesem Tag von Pianist Klaus Eichberger, der den Stücken eine originelle und unerwartete Würze gibt, hin und wieder auch mit dem Akkordeon und Bassistin Clarissa Mo.  „Wir sind eigentlich ein Gitarrenduo. Wir versuchen, so reduziert wie möglich zu arbeiten“, erklärt George Leitenberger. So auch auf dem neuen Album. Dabei ist der Gitarren-Sound schon ein Genuss für sich. Leitenberger ist ein Zustandsbetrachter und schafft es, die Worte, kritisch, direkt und mir viel Poesie in die Musik zu packen. Das Stück „Vorvorgesternmann“ handelt von jemandem, dessen Namen Leitenberger niemals auf einer Bühne aussprechen werde. Alleine die erste Silbe „Gau“ spreche für sich. Es gehe um einen, der das gesellschaftliche Klima im Land und in Europa zu vergiften versuche. „Wenn der Hunger nach Geborgenheit, dich in die falschen Arme treibt“, heißt es da. Roddy McKinnon knüpft im Titel-Song der gleichnamigen CD „Raw Love“ ein wenig an seine alten Wurzeln als Punk-Musiker an. „Ich hoffe, wir haben Ihr Herz gewärmt und den Geist angeregt. Wenn es nicht so war, verzeihen Sie. Wir haben es gut gemeint“, sagt Leitenberger am Ende des Konzertes. Und da singt Roddy McKinnon noch einmal mit geschlossenen Augen davon, den Moment zu genießen. Und die Frau aus der ersten Reihe, die das Konzert mit einem verliebten Lächeln begleitete, stellt sich neben George Leitenberger, um mit ihm ein gemeinsam geschriebenes Duett so zauberhaft zart zu singen, dass keiner ungerührt bleibt. „Das hier ist übrigens keine geringere als meine Frau“, so Leitenberger.