"Schon jetzt liefern wir zu einem kalkulierten Preis, der nicht kostendeckend ist", begründet Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) die Verwaltungsentscheidung. Täglich werden zwischen 50 und 100 Essen zu Firmen oder alten Menschen gebracht, deren Mobilität eingeschränkt ist. Die Einstellung des Angebots sorgt für Missmut bei Ortsvorsteher Eckard Koop (parteilos). Er sagt, die vielen Senioren sollten weiter beliefert werden. Busse hält das für keine Entscheidung, die politisch diskutiert werden muss. "Wir sind und bleiben eine Schulküche." Essen könne von Erwachsenen aber auch weiterhin täglich von 11 bis 13.30 Uhr vor Ort verzehrt werden.
Der Lieferservice machte nur einen kleinen Teil des Umsatzes aus. "Von den durchschnittlich 80 Essen am Tag gehen rund 50 Prozent an unserer Senioren", so Busse. Den Rest bekommen Firmenmitarbeiter geliefert. Sie alle müssen sich umorientieren. Der offiziellen Information am 1. August liegen Adressen der Ansprechpartner von Alternativanbietern bei. "Andere sind eher darauf spezialisiert, auf die werden wir verweisen", so Busse.
In der Kremmener Schulküche bereiten Chefkoch Sebastian Lemke und sein Team täglich rund 800 Essen zu. Die meisten nehmen Schüler der benachbarten Goethe-Schule zu sich. Preis pro Mahlzeit für Nicht-Schüler: rund drei Euro. "Den wollen wir halten und die Qualität verbessern", so Busse. Die Stadt bezuschusst die Schulküche im Jahr mit fast 100 000 Euro.