Das bestätigte Lehmann am Dienstag. Der 52-Jährige wechselt nach eigenem Bekunden in ein Unternehmen der Privatwirtschaft, das sich mit städtebaulicher Sanierung befasst. Dort ist er unter anderem als Dienstleister für die Stadt Perleberg beschäftigt, wo er auch sein neues Büro bezieht. "Das ist eine Herausforderung, auf die ich mich freue", sagte Lehmann auf Nachfrage.
Dass allein Anfeindungen aus den Ortsteilen ihn zur Kündigung getrieben haben, bestritt der Behördenleiter. Es sei schon richtig, dass ihm die aus seiner Sicht oft überzogenen und nicht gerechtfertigten Vorwürfe nicht gefallen hätten. Insbesondere bei den Bürgerversammlungen wegen des Baus von Gehwegen in Groß-Ziethen und Flatow hätten sich einige Leute regelrecht auf ihn eingeschossen. "Das nervt natürlich!", so Lehmann. Dies sei aber nur einer von mehreren Gründen gewesen, die letztlich zu seiner Entscheidung geführt hätten, die Stadt wieder zu verlassen. Mehr wollte er dazu nicht sagen.
Lehmann hatte im Januar 2014 im Kremmener Bauamt begonnen. Nach der Verabschiedung von dessen damaliger Leiterin Birgit Neumann-Hannebauer in den Ruhestand trat der Berliner im August 2014 wie vorgesehen ihre Nachfolge an. Nach der Umstrukturierung der Verwaltung amtierte er als Bau- und Ordnungsamtsleiter.
Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse (SPD) bedauerte die Entscheidung Lehmanns. "Er hat sehr gute Arbeit für unsere Stadt geleistet." Er habe den Abgang seines Amtsleiters allerdings bereits länger erwartet. "Kremmen ist kein leichtes Pflaster. Ich habe schon bemerkt, dass er sich bei uns schwertut", meinte Sasse. Über einen möglichen Nachfolger für Lehmann könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. "Die Stelle ist ausgeschrieben worden. Jetzt warten wir erst einmal ab, wer sich bewirbt."
Bedauern über den baldigen Abgang des Bau- und Ordnungsamtsleiters kam auch aus den Fraktionen des Stadtparlaments. Frank Bommert (CDU) sagte, Lehmann habe eine Vielzahl von Projekten angeschoben. Sein Abgang sei ein Verlust. So sieht das auch Reiner Tietz (Die Linke), der Lehmann als "absoluten Fachmann" bezeichnete.