Seit 2001 liegt die Trasse der ehemaligen "Kremmener Bahn" (Umgehungsbahn), die mitten durch Oranienburg führt, brach, ist größtenteils zugewachsen und stellt sich  längst als ein zusammenhängender Grünzug dar. Die Stadt hat die Trasse bereits vor einigen Jahren erworben. Im Dezember 2012 wurde beantragt, sie zu entwidmen. Die Freistellung von Bahnbetriebszwecken durch das Eisenbahn-Bundesamt erfolgte für die Trasse zwischen Koppelweg in Germendorf und der Einbindung auf die Nordbahn in Oranienburg erst im Februar 2017.
Bereits seitdem Oranienburg Eigentümerin der ehemaligen Bahntrasse ist, wird darüber diskutiert, wie sie genutzt werden könnte. Schon immer gab es die Vorstellung, auf dem früheren Bahndamm eine quartiersübergreifende Rad- und Fußwegeverbindung anzulegen. Diese Variante scheint konkreter zu werden. Denn die Stadt hat beim Landschaftsarchitekturbüro agu Goldmann ein landschaftsplanerisches Gestaltungskonzept für die frühere Bahntrasse erarbeiten lassen.
Das Konzept liegt jetzt vor und kommt zu dem Schluss, dass eine durchgängige Rad- und Fußwegeverbindung vorerst auch ohne neue Brücken denkbar ist. Danach soll mitten auf dem Bahndamm ein vier Meter breiter Asphaltweg entstehen, den sowohl Fußgänger als auch Radfahrer und Skater nutzen können. An den Querungsstellen sollen statt der fehlenden Brücken Rampen dafür sorgen, dass man von der Straße bequem auf den Bahndamm gelangen kann. Am Fuße des Damms könnten nach Vorstellung der Planer etwa Wetterschutzhäuschen errichtet werden, die auch Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Service (Luftpumpe und Wegweiser)  bieten.
Trampelpfade, die von Wohngebieten schon jetzt auf den ehemaligen Bahndamm führen, sollen als Treppen hergerichtet werden.  Die Planer empfehlen, auch die beiden noch vorhandenen Brücken über die Havel und den Oranienburger Kanal zu erhalten. Für die Sanierung der Havelbrücke, die als Querungshilfe für Radfahrer und Fußgänger für die Bauzeit der Dropebrücke im Gespräch war, gibt es sogar schon eine Vorplanung.
Überdies ließen sich an einigen Stellen auf dem Damm auch wohnungsnahe Spiel- und Erholungsflächen einrichten. An anderen Punkten böte der Bahndamm auch Möglichkeiten, Artenschutzmaßnahmen zu realisieren. Die Planer denken dabei etwa an Ersatzhabitate für Zauneindechsen.
Wenn das Stadtparlament diesen Vorstellungen grundsätzlich folgt, sollen die Planungen konkretisiert und der Finanzbedarf ermittelt werden. Für die Haushaltsplanung 2021 sind erste Finanzmittel zu beantragen.

Thema in aktuellerBeratungsrunde


Das Gestaltungskonzept für die ehemalige Trasse der Kremmener Bahn wird im Sozialausschuss (heute) und im Bauausschuss (4. September) beraten, jeweils um 18 Uhr im Bürgerzentrum. Der Finanzausschuss befasst sich am 12. September, 18 Uhr, in der Orangerie mit dem Thema. bren