Landesweit sank die Aufklärungsquote sank von 62,7 Prozent auf 53,4 Prozent. Insgesamt 207 Straftaten waren den Wahlen zur Europa- und Kommunalwahl (133 Straf-taten) sowie zur Landtagswahl (74 Straftaten) zuzuordnen.
Zur Gesamtzahl der politisch motivierten Straftaten gehörten in Brandenburg 352 Fälle zur rechts motivierten Kriminalität und 86 Fälle zur links motivierten Kriminalität. Und auch hier lag der Schwerpunkt wiederum im Landkreis Oberhavel. Im Kreis gab es 199 Fälle, die aufs rechte Konto gehen. Ein Anstieg von 166 Fällen gegenüber 2018. Noch deutlichen stieg die Zahl links motivierter Fälle an. Sie stieg auf 63 Fälle an. Im Vorjahr gab es nur vier linke Fälle.
Die Anzahl der Straftaten der politisch motivierten Ausländer-kriminalität, zum Beispiel in Form deutschfeindlicher Beleidigungen oder körperlicher Angriffe, sank in Oberhavel von sechs auf zwei Fälle. Insgesamt 93 Fälle waren keiner Richtung zuzuordnen, 60 davon in Oberhavel.
Gesamtzahl gesunken
Wie in den Jahren 2017 und 2018 sank die Gesamtzahl der Kriminalitätsfälle im Jahr 2019 weiter ab. Insgesamt wurden in der Polizeidirektion Nord für das vergangene Jahr 24 570 Straftaten (2018: 24 963) erfasst, von denen 14 406 aufgeklärt werden konnten. Die Aufklärungsquote sank im Vergleich zu 2018 leicht von 59,5 Prozent auf 58,6 Prozent liegt aber weiterhin deutlich über dem Landesdurchschnitt von 56,3 Prozent.  Im Landkreis Oberhavel wurden 12559 (- 119) Straftaten registriert, von denen 6 776 aufgeklärt wurden (54 Prozent).
Die so genannte Kriminalitätshäufigkeitszahl (Anzahl der Straftaten hochgerechnet auf 100 000 Einwohner) sank auf 6 352 nach 6 458 im Vorjahr. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, deutlich unter dem Landesdurchschnitt (6 841) liegt.
Im Jahr 2019 wurden im Bereich der Polizeidirektion Nord insgesamt 9 940 Tatverdächtige  ermittelt (2018: 10 018). Das entspricht einem Rückgang von minus 0,8 Prozent  - 78 Tatverdächtige, wobei 474 Kinder, 997 Jugendliche, 691 Heranwachsende und 7 778 Erwachsene (ab 21 Jahren) ermittelt werden. Von den insgesamt 9 940 Tatverdächtigen waren 1 616 (plus 21) nichtdeutscher Herkunft. Die Zahl der tatverdächtigen Zuwanderer sank von 708 auf 607.
Bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen bilden polnische Staatsbürger die stärkste Gruppe (228 Tatverdächtige, +10), vor 184 Syrern (+16), 161 Rumänen (+52), 131 Straftätern aus der Russischen Föderation (-32), 121 Afghanen (-14) und 62 türkischen Staatsbürgern (-10).
Die Kriminalitätsentwicklung zeigt sich uneinheitlich: Im Bereich der Gewaltkriminalität (Mord (-4), Totschlag und Tötung auf Verlangen (+1), Vergewaltigung und sexuelle Nötigung (+9), Raub (+30), Körperverletzung mit Todesfolge (+2), gefährliche und schwere Kör-perverletzung (+10), stieg die Zahl um 48 Fälle auf 792 Straftaten, von denen aber 85,6 Prozent (678 Fälle) aufgeklärt werden konnten. Nicht dazu zählen Fälle der vorsätzlichen einfachen Körperverletzung (-41) und der fahrlässigen Körperverletzung (+3).
Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung kam es zu einem Anstieg von 283 Fälle aus dem Jahr 2018 auf 351 Fälle bezeihungsweise + 68 Fälle für das Jahr 2019, wobei insbesondere Anstiege (+ 33 Delikte) beim sexuellen Missbrauch von Kindern (2019: 105 Delikte; 2018: 72 Delikte) sowie der sexueller Belästigung (+ 10 Delikte) festzustellen sind.
Die Diebstähle insgesamt (-314 auf 7 688 Fälle) und die Betrugsfälle (-391 auf 2 714 Straftaten) sanken hingegen deutlich ab. Ursächlich für den gravierenden Rückgang bei den Betrugsdelikten ist ein bereits im Jahr 2018 abgeschlossenes Komplexverfahren mit 322 Fällen, bei dem ein Täter zu einem bundesweit geführten Ermittlungsverfahren wegen Computerbetruges ermittelt werden konnte. Ausgehend dessen kam es nun im Jahr 2019 zu einer signifikanten Fallsenkung (- 386 Fälle), sodass sich die Fallzahl grundlegend wieder auf dem Niveau der Vorjahre befindet.
Die Zahl der Rauschgiftdelikte stieg signifikant an. In diesem Bereich wurden 1 208 Fälle registriert, welches eine Steigerung um 179 Fälle im Vergleichsjahr 2018 darstellt. Als ursächlich kann hierfür insbesondere die Verstärkung der Kontrolltätigkeit im Rahmen von Verkehrskontrollen (Anstieg der Feststellungen von folgenlosen Fahrten unter Einfluss von Drogen von 490 auf 553 Feststellungen für das Jahre 2019), der hohe Ausbildungsstand bei den Polizeibeamten zur Erkennung von Anzeichen des Drogenkonsums sowie ein erhöhtes Anzeigenverhalten durch Zeugen wegen des Besitzes von Drogen gesehen werden.
Die Gesamtanzahl der Körperverletzungsdelikte (KV-Delikte) sank im Jahr 2019 mit 2 717 Delikten auf das Niveau des Jahres 2016 (2 711 Delikte). Gegenüber dem Vorjahr 2018 sank die Zahl der Körperverlet-zungsdelikte um - 56 Fälle beziehungsweise - 2,0 Prozent (2018: 2 773 Fälle). Die Aufklärungsquote bei den KV-Delikten liegt mit 91,6 Prozent stabil und über dem Durchschnitt des Landes Brandenburg mit 90,3 Prozent. Ist im Bereich der vorsätzlichen einfachen Körperverletzung ein Rückgang der Fallzahlen (- 41 Fälle auf 1 922 Fälle) festzu-stellen, so ist bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung ein Anstieg der Fallzahlen um + 10 Fälle (Jahr 2019: 599 Fälle; Jahr 2018: 589 Fälle) zu registrieren. Die Zahl deutscher Tatverdächtigen sank bei den KV-Delikten von 1 913 auf 1 791 Tatverdächtige, die Zahl nichtdeutscher Tatverdächtige von 417 auf 393 und die der Zuwanderer von 288 auf 246 Tatverdächtige. Feststellbar ist aber auch, dass gerade Kinder (+ 13) sowie Jugendliche (+ 14) vermehrt bei Köperverletzungsdelikten auffällig sind. Ebenso ist anzumerken, dass die Zahl der nichtdeutschen Mehrfachtäter (MT) bei Körperverletzungsdelikten angestiegen ist. Haben im Jahr 2018 insgesamt 11 nichtdeutsche Täter 6 bis 9 Taten begangen, so waren es im Jahr 2019 bereits 25 nichtdeutsche Täter. Wiederholt reagierten jugendliche Gruppierungen mit Migrationshintergrund nach verbalen Auf-forderungen zur Unterlassung von Tahandlungen sehr aggressiv und brutal gegenüber den Geschädigten.
Der Diebstahl von Pkw sank um 40 Fälle auf insgesamt 186, von denen 54 aufgeklärt werden konnten (29,0 Prozent).
Die Zahl von Wohnungseinbruchdiebstählen sank 2019 um 66 Fälle auf 319. Der Trend der Vorjahre 2016 (766), 2017 (563) und 2018 (385) setzte sich hier fort.
Beim Diebstahl von Fahrrädern stieg die Zahl um 30 auf 1 641 Strafanzeigen. Die Anzahl der Diebstähle in/aus Firmen sank um 89 Fälle auf 507 Delikte, die niedrigste Zahl seit vielen Jahren - 2015 (900), 2016 (881), 2017 (736), 2018 (596).