"Wir sind im Ort aufgefallen", sagt Uwe Tabatt. Die Brandenburger Kunstpreisträgerin Carola Czempik hat sogar von Kollegen aus Berlin neidische Blicke für die ungewöhnliche Möglichkeit, ihre Kunst zu zeigen, geerntet. "Viele sind begeistert von der Glienicker Idee", lobt sie Monika Tabatt und Ina Kaube vom Kulturamt der Gemeinde. Die beiden Frauen haben die Open-Air-Galerie als Alternative zu fehlenden Ausstellungen entwickelt. Heike Adner freut sich über die neue Art der Wahrnehmung und die Wertschätzung durch die Gemeinde. "Die Menschen hatten in den vergangenen Wochen mehr Zeit, um genauer hinzugucken", so Adner.
In den Wartehäuschen gibt es inzwischen auch Flyer, die das Kunstprojekt erklären. Gut 1 000 Euro hat die Gemeinde in das Projekt investiert.
Die Künstlerinnen und Künstler waren sich mit den beiden Glie­nicker Kulturbeauftragten und Bürgermeister Hans-Günther Oberlack (FDP) einig, die "Kunstwartestelle" im Ort zu etablieren. Alle erklärten sich, unabhängig von der Corona-Entwicklung, zu einer Neuauflage mit neuen Motiven im nächsten Jahr bereit. Überlegt wurde auch, zum Jahreswechsel einen Kunstkalender mit den Motiven der Open-Air-Ausstellung herauszugeben.
Die Plakate mit Fotos der verschiedenen Kunstwerke sind noch bis Mitte Juli an den Buswartestellen zu sehen. Was danach kommt, ist noch offen.
Am Dienstag hatten das Kulturamt und der Bürgermeister die Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die Plakate mit ihren Werken zu signieren. Diese "Originale" wandern ins Archiv der Gemeinde.
In der lockeren Runde in der Alten Halle wurde auch die Idee zu einer Gemeinschaftsausstellung in Glienicke geboren, wenn die Einschränkungen aufgehoben sind. Vorstellbar ist eine Ausstellung in der alten Sporthalle an einem Wochenende.